ETSV-Trainer Jurgeleit: »Krönender Abschluss«

Regionalliga

ETSV Weiche besiegt den SV Meppen mit 4:0 und wird Tabellensechster.

Andreas Haumann ([email protected])

søndag, 25.05 2014, 21:43

FLENSBURG. Beim Regionalligisten ETSV Weiche herrscht beste Stimmung. Die erfolgreichste Saison des Vereins endete mit einem hochverdienten 4:0 (3:0)-Heimerfolg gegen den Tabellenvierten SV Meppen.

 

Der Schlusspfiff ließ alle jubeln. Zuschauer, Verantwortliche und Spieler feierten dabei nicht nur den Sieg, sondern eine an sportlichen Höhepunkten reiche Saison. Das Spiel gegen den SV Meppen war in jedem Fall ein passender Abschluss.

Beim 4:0 (3:0)-Erfolg zeigte das Team von Trainer Daniel Jurgeleit eine taktisch disziplinierte Leistung und erntete größtes Trainerlob. »Es ist einfach beeindruckend, wie diese Mannschaft mit Rückschlägen klarkommt«, sagte Jurgeleit angesichts des letzten

Wochenendes mit dem dramatischen Ausscheiden im Pokal gegen Holstein Kiel und der unglücklichen Last-Minute-Punkteteilung beim BSV Rehden nur zwei Tage später.

Verdienter Sieg

Auch Gäste-Coach Christian Neidhart sprach von einem verdienten Sieg. Ihn enttäuschte aber das Auftreten seines Teams gegenüber den mitgereisten Fans. »Wahrscheinlich war nach dem Derbysieg gegen den VfB Oldenburg etwas die Luft raus.«

Das mag stimmen, aber Weiche ließ auch wenig zu. Die Gastgeber waren nicht nur motivierter und bissiger in den Zweikämpfen. Sie hatten vor allem deutlich mehr Zug zum Tor.

Schon die erste gute Aktion über die linke Seite führte zur frühen Führung. Ausgangspunkt war eine scharfe und flache Hereingabe vom starken Florian Meyer. Beim Klärungsversuch sprang der Ball von Meppens Kapitän Jan-Christian Meier zum 1:0 (6.) ins eigene Netz. Ilidio bot sich zwei Minuten später die Chance zum 2:0. Er scheiterte aber nach Zuspiel von Tim Wulff an SV-Keeper Hannes Frerichs.

Meppen versuchte zwar in der Folge mehr Druck auszuüben und das Spiel wieder in den Griff zu bekommen. Klare Möglichkeiten sprangen dabei aber nicht heraus. Ganz im Gegenteil. Nach einem schönen Konter über den auffälligen Len Aike Strömer bediente Hendrik Ostermann Ilidio, der von Gästekeeper Frerichs im Strafraum regelwidrig von den Beinen geholt wurde. Jonas Walter verwandelte den Foulelfmeter souverän zum 2:0 (29.).

Florian Meyer glänzte

Kurz vor der Pause dann das 3:0. Florian Meyer düpierte bei einem Konter drei Gegenspieler und passte den Ball zum mitgelaufenen Wulff, der ohne Mühe den Pausenstand erzielte.

Im zweiten Abschnitt verflachte die Parti. Meppen verlor dabei zusehends den Glauben an sich selbst und hatte bei Chancen durch Ilidio (61./81.) und Nedim Hasanbegovic (86.) noch Glück, dass es beim 4:0 blieb. Diesen letzten Treffer des Spiels erzielte der eingewechselte Marcello Meyer, der im letzten Spiel im Weicher Trikot auf Vorlage des ebenfalls eingewechselten Timo Carstensen aus 16 Metern seinem alten Verein ein persönliches Abschiedsgeschenk machte (77.).


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FUSSBALL

- Punktlandung für den ETSV Weiche

vom 26. Mai 2014 Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburger Regionalliga-Fußballer schließen die erfolgreiche Saison nach dem verdienten 4:0-Erfolg über Meppen mit Platz sechs ab.

 

Feierstimmung in Flensburg: Der ETSV Weiche besiegte im letzten Saisonspiel der Fußball-Regionalliga nach einer starken Leistung den SV Meppen mit 4:0 (3:0) und machte eine Punktlandung. Die Mannschaft von Daniel Jurgeleit verteidigte damit in der Abschlusstabelle den sechsten Platz, den der Trainer vor der Punktrunde als hoch gestecktes Ziel ausgegeben hatte. Dementsprechend stolz war der Coach: „Das war ein krönender Abschluss.“

 

Nicht so gut zu sprechen auf sein Meppener Team war Christian Neidhart. „Niederlagen kotzen mich an“, gestand der ehemalige Flensburger. „Aber wir hatten in der Vorwoche beim Derby-Sieg gegen Oldenburg unser Highlight. Heute war die Luft raus.“ Weiche fand dagegen den Dreh. Obwohl das unglückliche Elfmeterschießen gegen Holstein Kiel im Landespokal-Finale noch in den Köpfen der Spieler spukte, begeisterten die Flensburger ihre Fans und wurden mit Standing Ovations verabschiedet. „Die Mannschaft hat heute noch einmal grandios bestätigt, dass sie ein Ziel verfolgt“, meinte Jurgeleit und ergänzte: „Was will ich als Trainer mehr, ich kann mich nur bei den Spielern bedanken.“

 

Vor den letzten 90 Minuten in dieser Saison gab es noch fünf Verabschiedungen. Marcello Meyer (zurück zum VfB Lübeck), Didier Webessie (Ziel unbekannt, er wird aber mit VfR Neumünster in Verbindung gebracht), Sandro Holland, Leif Carstensen (beide TSB Flensburg) und Micha Dehner (will aus beruflichen Gründen kürzer treten) verlassen den Verein. Nicht unter den Abgängen ist Ilidio. „Es sieht so aus, als ob er bleibt“, sagte Liga-Chef Harald Uhr. Für den Brasilianer, der noch keine Aufenthaltsgenehmigung hat, scheint eine Lösung gefunden zu sein. Über Neue wollte Uhr noch nicht sprechen. „Wir verhandeln noch.“ Aber der Mäzen verkündete, dass er den Kader um zwei Spieler verkleinern wolle.

 

Dann wurde noch einmal super Fußball geboten. Schon nach der ersten Chance durften die Fans jubeln. Florian Meyer, der wieder linker Verteidiger spielte, schoss scharf in die Strafraummitte und Meppens Kapitän Jan-Christian Meier fälschte den Ball zum 1:0 (6.) ins eigene Tor ab. Zwei Minuten später hätte Ilidio erhöhen können, doch sein Schuss war zu lasch. Dann kamen die Gäste etwas auf. Aber vor dem Weiche-Tor passierte zu wenig. Nur ein Fallrückzieher von Max Kremer über das Tor sorgte für Gefahr. Da spielten die Flensburger viel zielstrebiger. Ilidio wurde im Strafraum von Torhüter Hannes Frerichs von den Beinen geholt: Klarer Elfmeter. Jonas Walter verwandelte eiskalt zum 2:0 (29.). Dann klärte ETSV-Torjäger Tim Wulff nach einem Rückzieher von Ramiz Pasiov auf der eigenen Torlinie (32.), ehe er mit seinem 13. Saisontreffer (Platz neun in der Torjägerliste) nach 43 Minuten alles klar machte. Die Vorbereitung kam erneut von Florian Meyer, dem auffälligsten Flensburger. „Es ist wieder sensationell, was er abliefert“, lobte Uhr.

 

Nach dem Wechsel sank das Niveau. Meppen hatte sich mit der Niederlage abgefunden, Weiche brauchte nicht mehr zu tun. Ilidio (61.) scheiterte an Frerichs, ehe Marcello Meyer nach dreimaligem Doppelpass den 4:0-Endstand (76.) markierte. Auch ein Geschenk von Patrick Thomsen nach einem missratenen Rückpass wusste Pasiov (85.) nicht zu nutzen. Als die Fans die Siegermannschaft bereits feierten, hätte Nedim Hassanbegovic (86.) sogar noch den fünften Treffer nachlegen können, aber er schoss knapp vorbei. „So haben wir uns den Saisonabschluss vorgestellt“, freute sich Innenverteidiger Christian Jürgensen. Zwar habe das i-Tüpfelchen durch die Pokalniederlage in Kiel gefehlt, „aber wir haben Platz sechs erreicht und die zweitbeste Abwehr in der Regionalliga – und das in der zweiten Saison. Darauf können wir stolz sein“.

 

Nach dem Spiel gingen die Feierlichkeiten weiter. Zunächst gab es eine Modenschau. Die verletzten Marc Böhnke, Christoph Dammann und Marcel Cornils zeigten die Trikots des neuen Sponsors Hummel (präsentiert von Sport Möller) in neongrün, dunkelgrün und weinrot. Anschließend ging es zu Torhüter Florian Kirschke zum Geburtstag (22). „Fast alle Spieler sind dabei. Das zeigt, dass die Mannschaft nicht nur auf dem Spielfeld zusammen hält“, meinte Kapitän Böhnke.

 

Eine nicht so gute Nachricht gab es noch für die Fans: Die Eintrittspreise werden auf 9 Euro erhöht. „Anders ist das nicht mehr finanzierbar“, erklärt Harald Uhr. „Aber die Mannschaft wird noch einmal verstärkt. Und Regionalliga-Spitzenfußball ist für 7 Euro nicht zu bieten.“

 

ETSV Weiche Flensburg: Kirschke - Melfsen, Hummel, Jürgensen, F. Meyer (59. Hasanbegovic) - Thomsen - Ilidio, H. Ostermann, Strömer (66. M. Meyer), Walter (52. T. Carstensen) - Wulff.

SV Meppen: Frerichs - Schnier, Meier (46. Twyrdy), Hahn, Schepers - Latkowski, Robben - Maier (83. Langreder), Kremer (46. Watahiki), Wagner - Pasiov. 

Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover).

Tore: 1:0 Meier (6./Eigentor), 2:0 Jonas Walter (29., Strafstoß), 3:0 Tim Wulff (42.), 4:0 Marcello Meyer (77.). – Zuschauer: 454. 

Beste Spieler: F. Meyer, Jürgensen, Hummel, Ilidio / Robben.


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FUSSBALL-REGIONALLIGA

- Fernduell um Tabellenplatz sechs

vom 23. Mai 2014 Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

ETSV Weiche empfängt zum Saisonabschluss den Traditionsclub SV Meppen und muss auf Kapitän Marc Böhnke verzichten

 

Schon beim gemeinsamen Essen gleich nach dem Pokal-Fight in der Nacht zum vergangenen Sonnabend stellte sich bei Trainer Daniel Jurgeleit ein gutes Gefühl ein. Klar, er und die Spieler des ETSV Weiche waren nach dem 12:13 im Elfmeterschießen gegen den Fußball-Drittligisten Holstein Kiel bitter enttäuscht, „aber man hat gemerkt, dass es die Mannschaft nicht umwirft“, sagt der Coach und ergänzt: Die Niederlage schmerze nicht so wie der K.o. in der 93. Minute vor zwei Jahren gegen den VfB Lübeck. Dass die Spieler nicht am Boden liegen, zeigten sie schon rund 40 Stunden später beim 1:1 im Regionalliga-Punktspiel in Rehden. Jetzt wollen die Flensburger am Sonnabend zum Saisonabschluss im Manfred-Werner-Stadion gegen den SV Meppen (Anpfiff 14 Uhr) den sechsten Tabellenplatz verteidigen.

 

Es wird ein Fernduell mit dem TSV Havelse, der einen Punkt zurück liegt und den Goslarer SC empfängt. Bei einem Sieg gegen den Viertplatzierten Meppen hätte Weiche Platz sechs sicher, der zu Saisonbeginn das erklärte Ziel war. Es wäre sogar Rang vier möglich gewesen, wenn sich die Flensburger in Rehden nicht in der Schlussminute durch einen „unberechtigten Elfmeter“ den Ausgleich eingefangen hätten. „Man muss sich mal vorstellen, was alles innerhalb der letzten Tage passiert ist“, ärgert sich Jurgeleit immer noch. Für ihn steht fest: „Der Schiedsrichter hat uns die Chance genommen, um Platz vier zu spielen.“ Der Rehdener Erdin Ramic habe sich selbst gefoult und sich hinterher bei Nedim Hasanbegovic für die Entscheidung entschuldigt. Darum machte der Trainer seinem Team auch keinen Vorwurf. „Ob der Schiedsrichter pfeift oder nicht, können wir nicht entscheiden. Wir können nur entscheiden, wie wir auftreten.“ Und damit war Jurgeleit absolut zufrieden. Sieben neue Spieler hatte er gegenüber dem Kräfte zehrenden Spiel gegen Kiel eingesetzt. „Sie haben sich toll präsentiert und die anderen, die mehr als 120 Minuten in den Knochen hatten, mitgerissen.“

 

Gegen den ehemaligen Zweitligisten SV Meppen sind bis auf zwei Ausnahmen alle Spieler wieder fit. Beim Training verletzten sich Kapitän Marc Böhnke und Didier Webessie bei einem Zweikampf. Beide zogen sich Platzwunden am Schienbein zu, die genäht werden mussten. Wer gegen den Traditionsclub, der vom ehemaligen Flensburger Christian Neidhart trainiert wird, in der Startelf steht, ließ Jurgeleit offen. Aber die Mannschaft, die spielt, werde noch einmal alle Kräfte mobilisieren, um drei Punkte einzufahren. „Ich habe keine Angst, dass die Jungs mit den Gedanken schon im Urlaub sind“, betont der ETSV-Trainer vor dem Duell mit dem SV Meppen, der wie Weiche seit sieben Punktspielen ungeschlagen ist.

 

Daniel Jurgeleit sieht sich nach der „außerordentlichen Leistung in Kiel“ einmal mehr darin bestätigt, dass „wir den richtigen Weg gehen“. Gegen Holstein habe die Mannschaft 120 Minuten alles richtig gemacht, ehe im Elfmeterschießen „der Zufall die Entscheidung herbeiführte“. Sehr wichtig ist für den Trainer auch das faire Auftreten seiner Mannschaft, die in der Fairplay-Wertung nach Platz eins im Vorjahr wieder auf Rang zwei liegt.

 

Positiv nach vorn schaut auch Mäzen und Liga-Chef Harald Uhr nach dem Pokalspiel: „Das war das beste Spiel der Jungs überhaupt. Ich bin mir sicher, dass unsere Sponsoren jetzt noch mal eine Schippe drauflegen werden.“joh

 

Autor: hwk

 


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FUSSBALL

- Weiche erneut glücklos: Rehden gleicht in der 90. Minute aus

vom 19. Mai 2014 Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Regionalliga: Zweifelhafter Elfmeter zum 1:1. Wulff erzielt die Führung. Kein „“Endspiel“ um Platz fünf.

 

Ein unglückliches Spielende waren die Kicker des ETSV Weiche ja schon vom Freitagabend gewohnt. Am Sonntag wiederholte sich das im Punktspiel beim BSV Rehden – wenn auch mit weniger bitteren Folgen als im Landespokalfinale gegen die Kieler „Störche“. Doch der Elfmeter zum 1:1 in der letzten Minute des Regionalliga-Spiels sorgte zumindest dafür, dass die Flensburger den Kampf um den fünften Platz aufgeben müssen, nachdem Meppen überraschend in Oldenburg siegte. „Die Elfmeter verfolgen uns“, ärgerte sich Trainer Daniel Jurgeleit. „Der Rehdener foult sich selbst, und der Schiri pfeift Elfmeter.“ Statt eines „Endspiels“ um Platz fünf gegen Meppen muss der ETSV nun also Rang sechs sichern. „Den wollen wir auf jeden Fall verteidigen“, betont Jurgeleit. Holt man am kommenden Wochenende mehr Punkte als der Siebte Havelse gegen Goslar, wäre das Saisonziel, besser abzuschneiden als im Vorjahr, erreicht.

 

In Rehden wechselte Jurgeleit seine Elf im Vergleich zum Pokalfinale auf sechs Positionen. „Wir haben natürlich nicht Hurra-Fußball nach vorn gespielt“, sagte der ETSV-Trainer, der seiner Elf aber eine insgesamt ordentliche Leistung attestierte. „In Anbetracht der Situation haben die Jungs das sehr gut gelöst“, sagte er nach dem zweiten Spiel in 42 Stunden. Jonas Walter mit einem Schuss aus spitzem Winkel (9.) und Nedim Hasanbegovic (12.) vergaben die ersten Chancen. Aber auch Andre Hagge musste sich gegen Danny Arend (3.) und Jeff-Denis Fehr (13., 18.) auszeichnen. Dann fiel das Weicher Führungstor. Melfsen hatte sich über die linke Außenbahn durchgesetzt und in die Mitte gespielt, wo Tim Wulff stand und zum 0:1 traf (35.).

 

Im zweiten Abschnitt drückte Rehden, kam gegen die massive Weicher Defensive dabei aber nur selten zu wirklich guten Gelegenheiten. Die beste Chance hatten die Flensburger. Didier Webessie hatte Wulff gut in Szene gesetzt, der jedoch an BSV-Keeper Becker scheiterte (57.). Als nur noch wenig auf einen Ausgleich hindeutete, kam Erdin Ramic im Flensburger Strafraum zu Fall – selbst Ramic gab anschließend zu, dass es kein Foul von von Nedim Hasanbegovic war. Danny Arend (90.) besiegelte mit seinem Treffer ein bitteres Wochenende für Weiche.

 

BSV Rehden: Becker – Perkrul, Heyken, Wessel, Hegerfeld – Stütz, Winkelmann (80. Hirooka) – Kifuta, Koweschnikow (68. Ramic), Fehr (57. Neumann) – Arend.

 

ETSV Weiche: Hagge – Hasanbegovic, Hummel, Jürgensen, Melfsen – J. Ostermann – Walter (61. M. Meyer), Strömer – Webessie, Wulff (86. Dehner), T. Carstensen (66. Ilidio).

 

Schiedsricher: Pfeifer (Hameln).

 

Zuschauer: 410.

 

Beste Spieler: Wessel, Arend / Hummel, Wulff, Hagge.

 

Autor: cje


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FUSSBALL

- Der verflixte 13. Elfmeter

vom 19. Mai 2014 Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Pokalfinale: Pechvogel Nedim Hasanbegovic entschuldigt sich bei der Mannschaft. Spieler des ETSV Weiche bedanken sich bei den Fans.

 

Nach dem 26. Elfmeter entlud sich die Spannung unter dem sternenklaren Kieler Nachthimmel. Die Holstein-Spieler stürmten von der Mittellinie los, um ihren Torhüter Daniel Strähle zu feiern. Die Flensburger Fußballer hatten eine Sekunden-Schockstarre zu überwinden, dann eilte der komplette Tross um Trainer und Betreuer auf Nedim Hasanbegovic zu, nahm ihn in die Mitte und tröstete ihn – obwohl eigentlich alle Trost gebraucht hätten, nicht nur der Unglücksrabe, der den verflixten 13. Elfmeter des ETSV Weiche im Landespokal-Finale verschossen hatte. 12:13 war der frustrierende Endstand aus Sicht des Regionalligisten, nachdem es nach regulärer Spielzeit und Verlängerung gegen den Drittligisten Holstein Kiel durch Tore von Tim Danneberg (32.) und Jonas Walter (34.) 1:1 gestanden hatte.

 

Der 26-jährige Pechvogel aus Bosnien-Herzegowina zeigte sich wenig später bereits recht gefasst und stellte sich der sh:z-Kamera im Holstein-Stadion. Er entschuldigte sich bei seiner Mannschaft, weil der Elfmeter einfach schlecht geschossen war. 1:1-Torschütze Jonas Walter nahm seinen Mitspieler in Schutz und erklärte noch einmal, warum die Flensburger nach der Entscheidung gleich auf Nedim Hasanbegovic zugerannt waren. „Wir haben gesagt, wir gehen da zusammen raus, deswegen müssen wir auch zu ihm stehen. Jeder von uns hätte verschießen können.“

 

Geübt hatten die Flensburger das Elfmeterschießen nicht. „Wir wussten, dass wir gute Schützen haben“, sagte Trainer Daniel Jurgeleit mit belegter Stimme. Schon im Achtelfinale hatten die Flensburger den SV Todesfelde in einem ähnlichen Strafstoß-Krimi mit 15:14 ausgeschaltet. Der Coach gab die ersten fünf Schützen erst nach den 120 Minuten bekannt. „Wenn die Spieler Elfmeter üben würden und wissen, sie sollen schießen, verkrampfen sie eher im Spiel“, lautet seine Philosophie. Nur die Torhüter hatten ein paar Elfmeter-Einheiten bekommen. „Aber wir Trainer schießen nicht so gut.“

 

Die Holstein-Elfmeter flogen Florian Kirschke nur so um die Ohren. Nicht bei einem hatte der Weiche-Keeper auch nur den Hauch einer Chance. „Ich bin tief enttäuscht. Die Mannschaft hätte es verdient gehabt“, erklärte er und ergänzte: „Ich hätte gerne einen gehalten, um dem Verein etwas zurückzugeben. Mir blutet das Herz.“ Auch Kapitän Marc Böhnke musste eingestehen: „Es tut weh, den Gegner so jubeln zu sehen. Aber irgendwann werden auch wir noch mal in den DFB-Pokal einziehen.“ Schon vor zwei Jahren waren die Flensburger fast genauso unglücklich nach Verlängerung beim VfB Lübeck (2:4) gescheitert. „Da hatten wir auch schon so viel Pech“, so Böhnke. „Aber wer weiß, wozu das gut ist.“ Trotzdem war dem Spielführer klar, dass „heute Nacht im Bett noch die eine oder andere Träne vergossen wird“.

 

Der Gefühlszustand war allen Weicher Beteiligten im Gesicht abzulesen. Dennoch liefen viele mit breiter Brust durch das Station. „Wir können stolz sein auf unsere Leistung“, erklärte Patrick Thomsen, der sich mit der gesamten Mannschaft noch bei den „phantastischen Fans“ bedankte. Rund 1000 Flensburger waren unter den 6000 Zuschauern im Holstein-Stadion und sorgten für eine tolle Stimmung. Vor dem Weicher Fan-Block, in dem auch Mäzen Harald Uhr stand, entrollten die Spieler ein riesiges Plakat: „Ohne euch Fans und Sponsoren wäre das nie möglich gewesen“. Für Uhr stand schon vorher fest: „Die Mannschaft braucht mich nicht. Die weiß, was sie zu tun hat. Außerdem fühle ich mich bei den Fans sehr wohl.“

 

Kurz vor Mitternacht trafen sich die Flensburger noch einmal in der Mitte des Spielfeldes. Wieder wurde ein Kreis gebildet. Diesmal stand Torjäger Tim Wulff in der Mitte und verbreitete die Botschaft, dass sich die Mannschaft davon nicht unterkriegen lassen werde: „Wir machen weiter.“ Abwehrchef Matthias Hummel ist sich sicher: „Wir gehen gestärkt da raus.“ Und er verspricht: „Auch wir gewinnen den Pokal noch mal.“

 

Völlig fertig war Florian Meyer. In der ersten Hälfte war der Flensburger der stärkste Spieler auf dem Platz. „Aber ich war leider nicht effektiv genug. Eine von meinen riesigen Chancen muss ich rein machen, dann läuft das Spiel ganz anders“, haderte er mit sich selbst. Nach 75 Minuten musste er dann mehr vom Platz getragen werden, als dass er gehen konnte. Er hatte sich vor dem Spiel leicht verletzt, und in der zweiten Halbzeit „hat der Muskel zugemacht“. Ihm habe das Spiel gegen seinen alten Verein aber auch viel Spaß gemacht, „weil wir ebenbürtig waren“. Kaum hatte er das gesagt, kam Fabian Wetter und nahm ihn in den Arm. Der Kieler Sieger hatte einen Sonderwunsch an den Verlierer. Er wollte mit Florian Meyer das Trikot tauschen. Aber der Flensburger schüttelte den Kopf: „Das geht nicht, das brauche ich am Sonntag im Punktspiel gegen Rehden noch.“


Der große Tag ist endlich da

Pokalfinale

Freitag um 20.30 Uhr trifft der ETSV Weiche Flensburg auf Holstein Kiel.

Ruwen Möller ([email protected])

torsdag, 15.05 2014, 23:00

FLENSBURG. Die letzten Tage waren für den ETSV Weiche Flensburg von einem einzigen Thema geprägt: Dem Endspiel im SHFV-Landespokal. Es wurde viel gesagt, geschrieben und berichtet über den Saison-Höhepunkt des Regionalligisten. Jetzt sind genug Worte gefallen und der Countdown ist abgelaufen. Am heutigen Freitag um 20.30 Uhr ist es endlich soweit. Im Kieler Holstein-Stadion tritt der ETSV beim Lokalmatador Holstein Kiel (3. Liga) an.

 

»Das ist die schwerse Aufgabe, vor der wir bislang standen«, so Daniel Jurgeleit. Der Weiche-Coach weiter: »Es gibt wichtige Spiele und es gibt besondere Spiele, doch das hier ist ein ganz besonderes.«

Zum einen geht es um den Landespokal-Sieg an sich. Während Holstein seit 1982 bereits neun Titel eingefahren hat, wäre es für Weiche der erste. Die Eisenbahner standen erst einmal im Endspiel. Das war vor zwei Jahren als es eine 2:4-Niederlage nach Verlängerung gegen den VfB Lübeck gab.

DFB-Pokal winkt

»Damals haben wir gut gespielt und eine bittere Niederlage erfahren. Diesmal ist es unser Ansporn, uns zu verbessern, sprich ein gutes Spiel zu machen und das Ergebnis besser zu gestalten«, so Jurgeleit. Der Ex-Profi ist nicht vermessen und sieht die »besseren Voraussetzungen« auf Seiten von Holstein, er sagt jedoch aus: »Diesmal freuen wir uns nicht nur darüber, dabei zu sein. Es ist nur ein Spiel und in dem ist viel möglich. Die Waage schlägt sicherlich im Vorfeld für Holstein aus, doch es wird Situationen geben, die wir nutzen müssen, um das zu ändern.«

Neben dem Pokaltitel geht es schließlich auch um den Einzug in den DFB-Pokal. Der Sieger spielt in der Saison 2014/15 in der 1. Hauptrunde auf nationaler Ebene und könnte dort beispielsweise auf Bayern München oder Borussia Dortmund treffen, die sich am Sonnabend im großen Finale in Berlin gegenüberstehen.

Fernsehgeld in Aussicht

So erging es Weiches Liga-Konkurrent BSV Rehden in dieser Saison. In der ers-ten Runde hieß der Gegner Bayern München und dank der Live-Übertragung in der ARD kassierten die Niedersachsen fast eine halbe Millionen Euro. Garantiert gibt es für die Teilnahme an der ersten Hauptrunde 107.677 Euro - für einen Verein wie Weiche ein wahrer Geldsegen.

»Wir müssen alles reinwerfen und eine besondere Leistung zeigen, um zu gewinnen. Doch wer weiß, eine Garantie auf den Sieg hat auch Holstein nicht, ein bisschen Unsicherheit bleibt«, so Jurgeleit, der mit seinem Team zuletzt in seche Liga-Spielen ungeschlagen blieb (3 Siege, drei Remis). Wie erwünscht stimmt die Form zum Saison-Höhepunkt also. Und abgesehen von Marcel Cornils (Mittelfußbruch) und Christoph Dammann (Kreuzbandriss) steht auch der komplette Kader zur Verfügung.

Sollte Weiche tatsächlich die Überraschung gelingen und der Pokal nach Flensburg wandern, die Nacht dürfte zum Tag werden. Dabei dürfte es auch keine Rolle spielen, dass am Sonntag (15 Uhr) noch das letzte Auswärtsspiel der Regionalliga in Rehden ansteht. Daran hat in Weiche nun wirklich noch keiner gedacht, es ging und geht in diesen Tagen einzig und allein um den Landespokal.

Quelle Flensborg Avis vom 16.05.2014


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FUSSBALL

- Invasion der Flensburger Fans

vom 16. Mai 2014 Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Über 700 Anhänger reisen mit dem ETSV Weiche zum Pokalfinale nach Kiel. Statt einer Prämie gibt es einen Zuschuss zur Abschlussfahrt.

 

Solch einen Aufmarsch der Fußball-Fans hat es in Flensburg noch nicht gegeben. Über 700 Karten wurden in der Geschäftsstelle des ETSV Weiche für das Pokalfinale des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes (SHFV) abgesetzt. „Wir hätten nie damit gerechnet, dass so viele Leute mitfahren“, sagt der ETSV-Vorsitzende „Haddy“ Suhr vor dem Endspiel heute (20.30 Uhr) beim Drittligisten Holstein Kiel. „Das ist eine Superzahl. Wir hätten sogar noch mehr Tickets verkaufen können“, ergänzt Liga-Chef Harald Uhr. Aber da der Regionalligist die Rest-Karten am Dienstag wieder zurück geschickt hat, mussten die Wünsche nach Kiel weiter geleitet werden.

 

Fünf voll besetzte Fanbusse starten heute von Flensburg aus in Richtung Holstein-Stadion. Größere Karten-Kontingente bestellten auch Weiche-Fans vom TSV Goldebek aus Nordfriesland sowie Fußball-Anhänger des FC Angeln und FC Sörup-Sterup. „Wir hatten sogar überlegt, Busse in Niebüll und Satrup starten zu lassen“, erzählt Harald Uhr, der für jeden Fan dankbar ist und das gute Verhältnis zu den drei Klubs hervorhebt. Aber dieser Service kam nicht zum Einsatz, weil nur ein geringer Teil aus Nordfriesland und dem Kreisgebiet mit dem Bus mitfahren wollte. „Die meisten Anhänger fahren privat“, so Suhr.

 

Der Vorsitzende des ETSV Weiche hat unter den Flensburger Anhängern eine „sehr positive Stimmung“ ausgemacht: „Alle freuen sich auf das Pokal-Endspiel.“ Die Fans haben sogar eine neue Choreografie für das Finale einstudiert. Da sollen Fahnen geschwenkt werden und rote Luftballons in den Himmel steigen. „Mehr haben sie aber nicht verraten“, erzählt Suhr.

 

Mit einem Bus reisen auch die Flensburger Spieler, die nicht in Kiel wohnen, und die ETSV-Funktionäre zum Finale. Punkt 12 Uhr mittags startet heute das Unternehmen Pokalsensation vom Weicher Clubheim. Trainer Daniel Jurgeleit hat ein Tageshotel organisiert. Dort wird gegessen und relaxt und auf einem Fußballplatz in der Nähe etwas trainiert. Nach dem Spiel ist noch ein weiteres gemeinsames Essen geplant, ehe es gegen Mitternacht im Bus wieder zurück nach Flensburg geht.

 

Soweit die offizielle Planung. Was passiert, wenn die Flensburger tatsächlich den großen Coup landen, weiß noch niemand. „Wir wurden schon von unserem Fanclub gefragt, wo wir feiern“, lächelt Harald Uhr. „Aber wir haben nichts geplant. Damit beschäftigen wir uns nicht, wir konzentrieren uns ganz auf das Spiel.“ Trotzdem glaubt der Mäzen, dass im Fall der Fälle die Post abgeht. „Das würden die Jungs schon spontan hinbekommen.“

 

Eine Siegprämie wurde in Flensburg nicht ausgehandelt. „Geld gibt es bei uns bei einem Sieg auch nicht“, betont Uhr. Der Liga-Geschäftsführer hat aber mit dem Mannschaftsrat besprochen, dass der Verein einen Zuschuss für die Mannschaftsfahrt nach Mallorca zum Saisonende zahlt. „Doch wenn ich nicht an die Spieler herangetreten wäre, hätten sie gar nichts gesagt“, ergänzt Harald Uhr. „Das ist das Tolle – alle sind bescheiden und Fußball verrückt.“

 

Spätestens am Sonntagmorgen zur unchristlichen Zeit von 6 Uhr muss alles rund um das Pokalfinale zu den Akten gelegt sein. Dann startet der ETSV Weiche zum letzten Saison-Auswärtssspiel beim BSV SW Rehden. Von Abschenken will Harald Uhr nichts wissen. „Wir wollen unser Ziel nicht aus den Augen verlieren und Platz sechs festigen. Vielleicht kommt es dann am letzten Spieltag im Heimspiel gegen Meppen zu einem Endspiel um Platz fünf,“ sagt der Flensburger Mäzen, der sich auch schon auf die neue Serie freut, „weil die Mannschaft noch stärker wird“.

 

So weit ist es aber noch nicht. Heute geht es für den ETSV Weiche erst einmal um den SHFV-Pokal. Und nicht nur das. Es geht auch um viel Geld. Der Sieger kann mit einem sechsstelligen Betrag kalkulieren. Beim Hallen-Masters im Januar in der Ostseehalle hat der Viertligist dem übermächtigen Rivalen aus der 3. Liga schon einmal die 5000-Euro-Siegprämie weggeschnappt. Ob es mit Hilfe der Flensburger Fan-Invasion erneut gelingt?


FLENSBURG. Bei aller Spannung und vielen offenen Fragen, die das Endspiel um den Landes-Pokal zwischen Holstein Kiel und dem ETSV Weiche Flensburg (Freitag, 20.30 Uhr) umschlingen, scheint die Frage nach der Taktik schon geklärt. Kiel setzt alles auf »Pressing«, Weiche auf die Kunst des »geschickten Verteidigens.« 

»Kiel wird vorne draufgehen um uns zu Fehlern zu zwingen. Dann ist auch der Weg zum Tor kurz«, beschreibt der ETSVer Christian Jürgensen die für Holstein typische Vorgehensweise. Allerdings hat jeder noch so ausgetüftelte Plan bekanntlich auch eine Kehrseite. Und die heißt beim Favoriten aus der Landeshauptstadt - Torquote. In 38 Drittliga-Spielen erzielten die Kieler Störche »nur« 42 Tore, wobei das 3:1 vom letzten Spieltag in Darmstadt schon ein wenig aus der Rolle fällt. Eine Torfabrik sieht sicherlich anders aus. 

Als Versicherung im am Ende erfolgreichen Kampf um den Klassenerhalt in der 3. Liga gilt hingegen die Defensive der Kieler. Exakt 1,0 Gegentreffer ließen die Mannen von Holstein-Trainer Karsten Neitzel zu und erreichten damit einen Top-5-Wert. 

Beim Regionalligisten gelten diese Erkenntnisse als wichtige Parameter für die eigene Ausrichtung. Allerdings lassen sich die Eisenbahner bei der Frage nach dem »was macht ihr?« nicht tiefer in die Karten schauen. »Kiel hat eine Saison in der 3. Liga hinter sich und hat sich weiterentwickelt. Wir haben unsere eigenen Mittel und Möglichkeiten, die wir in die Waagschale werfen werden. Wir reden ja nicht von einer Saison, sondern von einem einzigen Spiel. Da ist vieles möglich«, erläutert Christian Jürgensen, der erst 2013 von Holstein Kiel zurück nach Flensburg gekehrt war. »Es waren schöne Jahre bei Holstein. Vor allem sorgt die Aussicht auf den DFB-Pokal für den besonderen Kick. Ich habe es ja erleben können, was es heißt gegen namhafte Profiklubs in einem Pflichtspiel aufzulaufen. Das war unglaublich«, so der 29-Jährige ehemalige Kiel-Kapitän, der vor seinem Wechsel in die Landeshauptstadt als B- und A-Jugendlicher für DGF Flensborg in der Regionalliga gespielt hat.

Etwas deutlicher wird sein Mitstreiter Matthias Hummel. Der waschechte Kieler im Trikot des ETSV Weiche spielte elf Jahre lang für Holstein, bevor auch er zum ETSV Weiche wechselte. »Entscheidend wird unsere Fehlerqoute sein. Halten wir sie gering und lassen lange nichts anbrennen, dann wachsen unsere Chancen«, so der Abwehr-Spezialist, der gemeinsam mit Jürgensen im Zentrum des Brennpunktes stehen dürfte. Immerhin muss es dem Außenseiter aus Flensburg gelingen das Kieler Pressing auszuhebeln, ohne dabei den Ball nur einfach nach vorne zu dreschen. Überlegtes und vor allem sicheres Aufbauspiel fängt beim Ex-Kieler-Duo an. »Wir müssen hinten natürlich gewohnt kompakt stehen und dann das Risiko im Spiel nach vorne minimieren«, kennt Hummel das Erfolgsrezept.

Die Tatsache, dass neben sportlichem Ruhm und Ehre auch eine Menge Geld auf dem Spiel steht, »muss man als Spieler ausblenden. Das irritiert höchstens«, so Hummel, der eines versichert. »Wir werden nicht nach Kiel fahren um dort Spalier zu stehen, sondern um zu gewinnen. Wir sind heiß.«

Quelle: Flensborg Avis vom 15.05.2014


SHFV will 5000er-Marke knacken

Karten

Für das Pokal-Final-Event i Kiel am Freitag sind bereits 3200 Karten verkauft worden.

(FlA) ([email protected])

onsdag, 14.05 2014, 10:48

KIEL. Am Freitag steigt der absolute Saisonhöhepunkt im schleswig-holsteinischen Fußball. Dann ist das Kieler Holsteinstadion erstmalig nach dem Finale 2010 wieder zentraler Schauplatz für die Finalspiele im Lotto-Pokal der Herren und Frauen. Um 17:00 Uhr treffen die Frauenteams von Holstein Kiel und dem SV Henstedt-Ulzburg aufeinander, um 20:30 Uhr spielt der ETSV Weiche im Herrenendspiel gegen Holstein Kiel um den Titel. »Mit Weiche Flensburg und Holstein Kiel treffen die zurzeit besten Teams in Schleswig-Holstein aufeinander und versprechen eine spannende Finalbegegnung. Unser Ziel ist, die 5.000er-Marke bei den Zuschauern zu knacken«, sagt SHFV-Präsident Hans-Ludwig Meyer. So viele Zuschauer waren bislang nur zu Finalbegegnungen zwischen Holstein Kiel und dem VfB Lübeck gekommen.

 

Derzeit sind ca. 3.200 Tickets verkauft worden. Durch den 4:0-Erfolg von Weiche Flensburg und den Klassenerhalt von Holstein Kiel in der 3. Liga am letzten Spieltag ist die Partie noch interessanter geworden. Auch das Finale der Frauen wird eine sehr enge Angelegenheit: Die Mannschaft vom SV Henstedt-Ulzburg konnte in der laufenden Saison bereits vier Punkte gegen den feststehenden Aufsteiger Holstein Woman holen.

Tickets für den Finalspieltag in Kiel sind an den bekannten Vorverkaufsstellen in Kiel (u.a CITTI und alle Famila-Märkte) und Flensburg (ETSV-Geschäftsstelle) sowie bei der SHFV-Geschäftsstelle (ausschließlich Gruppentickets) erhältlich. Für Kurzentschlossene sind die Ticketschalter am Stadion am Finalspieltag bis zum Anpfiff des Herrenspiels (20:30 Uhr) geöffnet.

Erstmalig bietet der shz.de dieses Jahr die Gelegenheit, das Endspiel der Herren im Livestream auf www.shz.de zu verfolgen.


Zweites Ziel erreichen

 

Landes-Pokal. Nach dem Masterssieg will Marc Böhnke mit dem ETSV Weiche auch noch Landes-Pokalsieger werden.

 

FLENSBURG. Wenn alles nach Plan verläuft, dann geht in diesem Jahr auch der zweite noch offene Wunsch von Marc Böhnke in Erfüllung. »In meiner Laufbahn waren mir der Sieg beim Hallen-Masters in Kiel und der Gewinn des Landespokal trotz mehrerer Finalteilnahmen nie geglückt. Im Januar habe ich das eine Ziel nun endlich erreicht. Es wäre schon schön, wenn es am Freitag mit dem zweiten Wunsch auch klappen würde«, blickt der Kapitän des ETSV Weiche hofffnungsvoll gestimmt dem Pokal-Finale gegen Holstein Kiel entgegen (Anstoß 20.30 Uhr).

Auch wenn der Anführer des Regionalligisten sein Team in der Außenseiterrolle sieht, ist die Erwartungshaltung hoch. »Mit Kiel und Weiche treffen die derzeit stärksten Teams im Land aufeinander. Und am Ende wird es einen verdienten Sieger geben. Kiel verfügt über große Qualitäten, aber wir wollen überraschen«, zeigt sich der Abwehrspezialist angriffslustig, »schließlich haben wir nichts zu verlieren und können befreit auftreten.«

Vor dem Hintergrund der äußerst unglücklichen 2:4-Final-Niederlage vor zwei Jahren gegen den VfB Lübeck unterstreicht Böhnke auch im Falle einer Niederlage: »Schlimmer, als damals, kann es ja eigentlich nicht kommen.« 2012 fehlten dem ETSV Weiche in der Tat nur wenige Sekunden um erstmals den Landes-Pokal an die Bredstedter Straße zu holen. Erst mit dem Schlusspfiff gelang dem VfB seinerzeit der 2:2-Ausgleich, dem zwei weitere Tore in der Nachspielzeit und der brutale Knockout folgten.

»Diese Niederlage hat uns weiter zusammengeschweißt und den Willen gestärkt, diese Finale zu erreichen. Jetzt werden wir alles geben um unsere Chance zu nutzen«, erläutert der 30-Jährige. Die Tatsache, dass Holstein Kiel vor wenigen Tagen den Klassenerhalt zur 3. Liga geschafft hat, dürfte die Kieler nach Ansicht von Böhnke »eher zusätzlich beflügeln«. Außerdem kenne Holstein die Aussichten eines Landes-Pokalsiegers, der auf Bundesebene auf große Namen hoffen darf. »Sie haben sogar gegen Dortmund gespielt und möchten sich diese Aussichten natürlich wieder erspielen. Darum ist Kiel zu einhundert Prozent auf das Spiel fokussiert.«

Beim Regionalligisten hat das Pokal-Duell schon seit Wochen den Alltag geprägt. Die Pflichtspiele in der Meisterschaft nutzte ETSV-Coach Daniel Jurgeleit um sein Team auf den Punkt fit zu bekommen. »Wir sind gut drauf, spritzig und eingespielt und haben eine Riesenlust auf das Endspiel«, ist Marc Böhnke zuversichtlich, dass in 2014 auch sein letzter sportlicher Wunsch in Erfüllung gehen wird.

Quelle: Flensborg Avis vom 14.05.2014


Rafael Kazior: »Wir sind gewarnt«

Pokalfinale

Trotz Favoritenrolle, der Kapitän von Holstein Kiel, Rafael Kazior, hat großen Respekt vor dem ETSV Weiche Flensburg.

Ruwen Möller ([email protected])

tirsdag, 13.05 2014, 22:00

FLENSBURG/KIEL. Als Drittligist sieht Rafael Kazior Holstein Kiel »allein schon auf Grund der Liga-Zugehörigkeit« in der »Favoritenrolle« im Finale um den SHFV-Landespokal. Dennoch verzichtet der 31-Jährige vor dem Duell mit dem ETSV Weiche Flensburg (Freitag, 20.30 Uhr) auf verbale Kampfansagen. Zu groß ist der Respekt vor dem Gegner aus der Regionalliga, dessen Qualität Kazior nur allzu gut kennt. Flensborg Avis sprach vor dem Endspiel mit dem Holstein-Kapitän, für den es das erste Pokal-Finale in Schleswig-Holstein ist.

 

FlA: Herr Kazior, nach dem geglückten Klassenerhalt steht das Pokalfinale an. Wird es am Freitag eine große Feier geben?

Rafael Kazior: Wir haben bislang noch nicht gefeiert und für Freitag ist auch noch nichts geplant. Das Finale muss schließlich erst gespielt werden. Wir sind gewarnt und wissen wie gut Weiche ist. Dort spielen viele Ex-Kieler, die heiß sein werden und daher gehen wir die Partie wie ein Liga-Spiel an.

 

FlA: Ist der Stellenwert des Pokals genauso hoch einzuschätzen wie der Klassenerhalt?

Kazior: Definitiv. Wer sich noch an die DFB-Pokalspiele von vor zwei Jahren erinnert (damals kam Holstein bis ins Viertelfinale und unterlag dort Borussia Dortmund/Anm. d. Red.), der will dort wieder hin und weiß, dass solche Begegnungen auch für uns absolute Highlights sind.

 

FlA: Wo liegen die Stärken von Holstein und weshalb gewinnt ihr Team?

Kazior: Ich muss keine Parolen rausgeben. Beide Teams stehen zu Recht im Finale und werden dort mit ihrer besten Elf spielen. Beide wollen gewinnen, schließlich geht es auch um viel Geld und ein Live-Spiel im Fernsehen.

 

Quelle: Flensborg Avis


Lokalsport Flensburger Tageblatt

FUSSBALL

- Vier Tore für das Selbstvertrauen

vom 12. Mai 2014 Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Regionalliga: ETSV Weiche nach dem 4:0 über Aufsteiger Norderstedt gut gerüstet für das Pokalfinale gegen Holstein Kiel. Kirschke und Meyer verlängern.

 

Das große Pokalfinale am Freitag in Kiel kann kommen. Zumindest eine Halbzeit lang drehte der ETSV Weiche bei der Generalprobe groß auf und besiegte den Tabellenzehnten Eintracht Norderstedt in der Fußball-Regionalliga mit 4:0 (4:0). Damit war der Aufsteiger aus dem Hamburger Speckgürtel, der den Klassenerhalt nach einer starken Rückrunde bereits in der Tasche hat, noch gut bedient. Denn hätten die Flensburger nach dem Wechsel nicht einen Gang zurückgeschaltet, hätte es für die Gäste ein Debakel geben können. ETSV-Trainer Daniel Jurgeleit, der in der Woche noch einmal das Training forciert hatte, sah sich in seiner Arbeit bestätigt. „Es war wichtig, dass wir mit unserer Form weiter vorankommen. Und heute waren wir spritziger und explosiver.“

 

Weiche ist für den Showdown in Kiel gerüstet, obwohl der Trainer am Sonnabend wieder improvisieren musste. Abwehrspieler Micha Dehner stand schon auf dem Spielberichtsbogen, klagte aber über Beschwerden im Oberarm. Die medizinische Abteilung der Flensburger vermutete eine Blutvergiftung und schickte den Innenverteidiger, begleitet vom gesperrten Christian Jürgensen (5. Gelbe Karte), eine halbe Stunde vor Anpfiff ins Krankenhaus. Die Diagnose bestätigte sich. Aber Jürgensen gab Entwarnung: „Gegen Kiel wird Micha wieder dabei sein können.“

 

Aber gegen Norderstedt musste sich Jurgeleit schnell etwas anderes einfallen lassen. Er brachte den Brasilianer Ilidio im Sturm und beorderte Timo Carstensen in die Abwehr. Der 23-jährige ehemalige 08-Stürmer, in der Vorsaison noch Torschützenkönig in der SH-Liga, war die Entdeckung des Spiels. Er zählte bei seiner Premiere auf der rechten Verteidigerposition zu den besten Flensburgern. „Timo hat das sehr ordentlich gemacht“, lobte Jurgeleit, der allerdings angesichts der Personalsituation besorgt feststellte: „Es wird immer schwieriger, es fallen immer mehr Spieler aus.“

 

Die, die auf dem grünen Rasen standen, entfachten in den ersten 45 Minuten ein Feuerwerk. Die frühen Tore spielten Weiche in die Karten. Aber auch die offensive Ausrichtung mit drei Spitzen zahlte sich aus. Schon nach sechs Minuten eröffnete Jonas Walter den Torreigen. Einen Angriff, an dem die beiden Außenverteidiger Marc Böhnke und Timo Carstensen beteiligt waren, schloss Jonas Walter mit einem von Marin Mandic unhaltbar abgefälschten Schuss aus 20 Metern zum 1:0 ab. Schön herausgespielt war das 2:0 (14.) von Elmedin Kasumovic. Ilidio bediente Torjäger Tim Wulff, der uneigennützig zurückpasste. Im Gefühl, das Spiel sicher im Griff zu haben, spielte die Flensburger Defensive einige leichtfertige Pässe, die Jürgen Tunjic (13.) und Jan Lüneburg (15.) aber nicht zu nutzten wussten. „Da waren wir im Spielaufbau zu schlampig“, befand Kapitän Marc Böhnke. Dann köpfte Lüneburg (16.) über das leere ETSV-Tor, Keeper Florian Kirschke hatte sich bei der Flanke verschätzt.

 

Aber Weiche meldete sich zurück. Wulff entwischte dem in der Norderstedter Innenverteidigung überforderten Clifford Aniteye und schickte Ilidio. Mit einer Notbremse holte Eintracht-Torhüter Mirko Oest den schnellen Brasilianer von den Beinen. Schiri Lars Thiemann ließ Gnade vor Recht ergehen, zeigte nur eine Gelbe Karte. Den Elfmeter verwandelte Walter (31.) eiskalt. Als Florian Meyer, der auf dem linken Flügel nicht zu halten war, nach einem Kopfball von Patrick Thomsen zum 4:0 (40.) abstaubte, war der Drops endgültig gelutscht. „Ich bin schon sehr enttäuscht“, meinte Norderstedts Trainer Thomas Seeliger, der in der Pause laut wurde. „Da war keine Laufbereitschaft, wir gingen nicht in die Zweikämpfe. Da darf man sich nicht wundern, wenn man so hoch zurückliegt.“

 

Nach der Pause war die Partie ausgeglichener. Trotzdem hatte Weiche die klar besseren Chancen. Ein reguläres Kopfball-Tor von Wulff (61.) wurde nicht gegeben. Dann vertändelte Thomsen (71.) den Ball nach einem herrlichen Konter, als er zusammen mit Wulff allein auf das Gästetor zulief. „Der kann auch reingehen“, meinte Jurgeleit. „Der muss reingehen“, korrigierte Seeliger. Der eingewechselte Marcello Meyer (85.) scheiterte danach am stark reagierenden Oest, und Wulff (90.) schob den Ball knapp am Tor vorbei. „Das waren noch drei ordentliche Chancen nach der Pause. Aber vielleicht ist ein 4:0 vor dem Holstein-Spiel besser als ein 7:1“, meinte ein zufriedener Jurgeleit. Seine Mannschaft hatte bei der Generalprobe für das Pokalfinale beim geretteten Drittligisten Holstein Kiel zum sechsten Mal in Folge nicht verloren, den sechsten Regionalliga-Platz eindrucksvoll verteidigt und vier Tore für das Selbstvertrauen geschossen.

 

ETSV Weiche: Kirschke - T. Carstensen, Hummel, H. Ostermann, Böhnke - Thomsen - Kasumovic (62. M. Meyer), Walter (56. J. Ostermann) - Ilidio, Wulff, F. Meyer (72. Hasanbegovic).

 

Eintracht Norderstedt: Oest - Marxen (63. Heinemann), Aniteye, Ma. Mandic, D. Kummerfeld - Koch - Güner (11. Lüneburg), Browarczyk, Toksöz (81. Cengiz), Schneider - Tunjic.

Schiedsrichter: Lars Thiemann (Diepholz).

Tore: 1:0 Walter (6.), 2:0 Kasumovic (14.), 3:0 Walter (31., Foulelfmeter), 4:0 F. Meyer (40.).

 

Zuschauer: 302 zahlende.

 

Beste Spieler: Walter, F. Meyer, T. Carstensen / Koch, Lüneburg.

 

Florian Kirschke und Florian Meyer verlängern

 

 

Positive Töne waren am Sonnabend aus dem Lazarett des ETSV Weiche zu hören. Auf Krücken und mit dick verbundenem Fuß erklärte Marcel Cornils nach seinem zweiten Bruch im Mittelfuß, er werde in der nächsten Saison wieder angreifen. Etwas länger wird es wohl noch dauern, bis Christian Dammann ins Training zurückkehrt. Aber immerhin: „Die Operation nach dem Kreuzbandriss am vergangenen Donnerstag ist gut verlaufen“, berichtete Ligamanager Henning Natusch. Besonders die Abwehrspieler gehen den Flensburger Regionalliga-Fußballern langsam aus. Karl-Christian Melfsen musste ebenso passen, wie Micha Dehner, bei dem am Sonnabend eine Blutvergiftung diagnostiziert worden war. Ebenfalls nur zuschauen durfte Christian Jürgensen, der nach fünf Gelben Karten gesperrt war. „Ich hätte schon gerne gespielt. Es wäre wichtig gewesen, im letzten Test vor dem Spiel gegen Kiel dabei zu sein“, sagte der ehemalige Holstein-Kapitän.

 

Gut gelaunt zeigte sich Liga-Chef und Mäzen Harald Uhr. Vor dem Spiel hatte er die Verträge mit Florian Kirschke und Florian Meyer verlängert. Der Torhüter, der eine neue Stelle als Immobilienkaufmann in Husum annimmt, verlängerte um drei Jahre. „Ich bin sehr froh, dass er bleibt. Florian hatte vom FC Carl Zeiss Jena ein sehr gutes Angebot. Aber er erfühlt sich bei uns sehr wohl“, so Uhr. Florian Meyer unterschieb für zwei weitere Jahre in Flensburg. „Damit haben wir alle Stammspieler längerfristig an uns gebunden“, sagt der Mäzen. „Jetzt wollen wir uns mit kleinen Schritten an die Spitze in der Regionalliga herantasten.“


Lokalsport Flensburger Tageblatt

FUSSBALL-REGIONALLIGA

- Zweiter Mittelfußbruch: Cornils ist Weiches größter Pechvogel

vom 10. Mai 2014 Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sein Comeback dauerte nicht einmal 60 Sekunden. Marcel Cornils knickte in der Verbandsliga-Partie des ETSV Weiche II gegen den VfB Nordmark Flensburg um und brach sich erneut den Mittelfuß – diesmal den rechten.

 

Im Januar brach er sich in einem Trainingsspiel den linken Mittelfuß, musste ein Vierteljahr lang pausieren. Am vergangenen Sonnabend gab Marcel Cornils sein Comeback in der zweiten Mannschaft des ETSV Weiche Flensburg. Er stand nicht einmal 60 Sekunden auf dem Platz, da verletzte er sich ohne gegnerische Einwirkung. Die bittere Diagnose: Mittelfußbruch – diesmal war es der rechte.

 

„Ich versuche es mit Humor zu nehmen, aber es geht schon an die Nerven“, sagt Marcel Cornils. Nach guter Hinrunde (15 Spiele, zwei Tore) im Regionalliga-Team des ETSV Weiche Flensburg hat es den 21-Jährigen nun richtig erwischt. Statt sich mit seinen Mitspielern auf die letzten Punktspiele und das Pokalfinale am 16. Mai gegen Holstein Kiel vorzubereiten, humpelt der Angreifer an Krücken durch die Wohnung in Husum.

 

Die Saison ist gelaufen. Dabei hatte sie für den jungen Nordfriesen, der im Januar 2012 von der Husumer SV nach Flensburg kam, gut begonnen: In der Hinrunde stand er zwischen September und Dezember 2013 immer im Regionalliga-Kader – und avancierte beim 3:2-Sieg gegen Goslar Anfang November mit zwei Treffern und einer Torvorlage zum Matchwinner.

 

„Corni“ war auf einem guten Weg, wollte auch in der Rückrunde Gas geben. Im Trainingslager im dänischen Lügumkloster stand Ende Januar 2014 ein Testspiel auf Kunstrasen an. „Ich habe den Ball aus der Luft genommen und mich gedreht. Dann bin ich weggeknickt“, schildert Cornils die Situation. Zunächst war die Schwere der Verletzung nicht einzuschätzen, doch bald folgte die bittere Diagnose: Bruch des linken Mittelfußes. Cornils: „Und das auch noch an einer komplizierten Stelle.“

 

Im Aufbautraining musste er zwei Wochen aussetzen, doch Mitte April meldete er sich wieder fit. „Er hat mehrere Einheiten unter Wettkampfbedingungen absolviert“, sagt Trainer Daniel Jurgeleit. „Klar, ich wollte mich für das Pokalfinale anbieten. Das ist schließlich ein Highlight“, sagt der Nordfriese, der sich berechtigte Hoffnungen auf einen Einsatz in Kiel machen durfte.

 

Jurgeleit hält große Stücke auf den Youngster. „Der Junge hat enorme Qualitäten. Beweglichkeit, Schnelligkeit, Ballbehandlung und Verhalten im Eins-gegen-Eins“, zählt der Trainer die Vorzüge des 21-Jährigen auf und fährt fort: „Ein fitter Marcel Cornils hätte uns gut getan.“

 

Hätte? Ja, denn Cornils wird das Pokalendspiel nur als Zuschauer verfolgen können. Er ist wieder verletzt. Sein Comeback am vergangenen Sonnabend in der zweiten Mannschaft dauerte nicht einmal eine Minute. Zur Halbzeit gegen den VfB Nordmark Flensburg wurde er eingewechselt. Cornils: „Ich bin auf den Platz gelaufen, habe einen Verteidiger unter Druck gesetzt. Der hat die Richtung geändert, ich habe die Bewegung mitgemacht – und es hat geknackt. Ich habe die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen und gedacht: Nein, das kann nicht sein.“

 

„Das ist bitter – für uns und für ihn“, sagt Daniel Jurgeleit. „Ich versuche, professionell mit der Situation umzugehen“, so Cornils achselzuckend. Von den Mitspielern gab es per Whats App und Facebook viel Aufmunterung. Klar, dass er im Holstein-Stadion seinen Mitspielern die Daumen drücken wird – und in der Vorbereitung will er wieder mitmachen. „Ich komme wieder“, sagt der Pechvogel entschlossen. 

 

Autor: hwk


Lokalsport Flensburger Tageblatt

LANDESPOKAL

- Flensburg-Weiche verärgert: Holstein Kiel jubelt schon vor dem Pokalfinale

vom 6. Mai 2014 Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vor dem Pokalfinale in anderthalb Wochen kommt in Flensburg Unmut auf. Denn die Eintrittskarten für das entscheidende Spiel zeigen nur feiernde Holstein-Akteure. Die Fußballverband des Landes versucht die Gemüter zu beruhigen.

 

KIEL | Die Stimmung beim Fußball-Regionalligisten ETSV Weiche ist anderthalb Wochen vor dem Pokalfinale gegen den Drittligisten Holstein Kiel auf dem Tiefpunkt. „Wir fragen uns, warum Holstein den Pokal nicht gleich vor dem Spiel bekommt“, sagt Harald Uhr sarkastisch. Der Flensburger Mäzen und Liga-Chef stört sich vor allem an den Eintrittskarten (Foto) für die Partie am Freitag, 16. Mai, im Kieler Holstein-Stadion (20.30 Uhr).

 

„Da sind nur jubelnde Holstein-Spieler abgebildet. Weiche steht ganz klein drauf, Flensburg überhaupt nicht“, sagt er. André Röpke, stellvertretender Pressesprecher beim Schleswig-Holsteinischen Fußballverband (SHFV), gesteht ein, dass die Ansicht der Karten unglücklich sei. Aber Weiche müsse auch die Sicht des Verbandes verstehen: „Wir müssen auf vorhandene Strukturen zurückgreifen. Wir können es uns nicht leisten, eigene Tickets zu entwerfen.“ Und die Holstein-Karten würden immer so aussehen, ergänzt Röpke.

 

Die Aussage befriedigt die Flensburger nicht. „Der Schleswig-Holsteinische Fußballverband spricht von einem Riesen-Event. Aber dazu gehören zwei Mannschaften. Mit uns hat niemand geredet. Das ist unprofessionell“, erklärt Uhr. Der Mäzen fragt sich, wer die Werbeeinnahmen auf den Eintrittskarten bekommt.

 

Außerdem hätte Weiche ein Mitspracherecht bei den abgedruckten Firmen haben müssen. Genau kann André Röpke die Frage nicht beantworten. „Aber soweit ich informiert bin, sind das auf den Tickets auch alles Werbepartner des Verbandes, so dass wir die Gelder aufteilen werden.“

 

Der Weiche-Mäzen verweist darauf, dass die klassentieferen Flensburger im Pokalfinale Heimverein sind. „Aber auf dem Endspiel-Plakat ist für den Ticketverkauf nicht mal unsere Geschäftsstelle erwähnt.“ Trotzdem verspricht SHFV-Pressesprecher Röpke: „Im Stadion selber sorgen wir für Neutralität. Damit es nicht wie ein Heimspiel für Holstein wirkt.“

 

Allerdings greift der Verband auch während der Partie auf die Strukturen des Drittligisten zurück. So ist unter anderem der Holstein-Stadionsprecher im Einsatz.

 

Autor: Jochen Hebbeln


Lokalsport Flensburger Tageblatt

FUSSBALL

- Die Innenverteidiger treffen

vom 5. Mai 2014 Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Regionalliga: Matthias Hummel und Hendrik Ostermann führen die Flensburger zum 2:0-Erfolg in Goslar. Debütant Dennis Emken überzeugt im Tor.

 

Nach zuletzt drei Unentschieden in Folge feierte der ETSV Weiche wieder einen Sieg. Mit 2:0 (1:0) landeten die Flensburger trotz einiger Personalnot einen insgesamt verdienten Erfolg beim Tabellendritten Goslarer SC. Der ETSV ist damit seit fünf Spielen in der Fußball-Regionalliga unbesiegt und kletterte wieder auf Platz sechs.

 

„Das war ein schöner Erfolg für uns“, freute sich Trainer Daniel Jurgeleit. „Bei einer Mannschaft aus dem oberen Tabellendrittel gewinnt man nicht mal so nebenbei.“ Dass bei Goslar seit dem Verzicht auf die Drittliga-Lizenz ein wenig die Luft raus ist und auch die Kaderzusammenstellung für das neue Jahr in den Sternen steht, spielte für Jurgeleit keine Rolle. Zu Recht. Schließlich plagten die Flensburger ebenfalls große Sorgen. „Wir hatten nur drei Auswechselspieler dabei“, so Jurgeleit, der wieder einige Veränderungen vornahm und erneut auf mehreren Positionen experimentierte. Im Tor fehlte der erkrankte Florian Kirschke (Nebenhöhlenentzündung) ebenso wie der beruflich verhinderte Andre Hagge, sodass der 22-jährige Dennis Emken sein Regionalliga-Debüt feierte. „Er hat seine Aufgabe gut gelöst“, freute sich Jurgeleit mit seiner Nummer drei. „Ich habe ihm gesagt, er soll Spaß haben und keine Angst vor Fehlern. Das hat gut funktioniert.“ Als Ersatz hätte nur noch Co-Trainer Jan Neujahr (38) parat gestanden.Nominell gab es ansonsten zwei Änderungen. Marc Böhnke und Hendrik Ostermann standen für Patrick Thomsen und Len Aike Strömer in der Startelf. Taktisch stellte Jurgeleit zum 1:1 gegen St. Pauli wieder mehrfach um: Matthias Hummel kehrte in die Innenverteidigung zurück, Christian Jürgensen spielte diesmal auf der Sechserposition und Micha Dehner überraschend im Mittelfeld. Florian Meyer kehrte auf seine gewohnte offensive Flügelposition zurück.

 

Den Gastgebern merkte man zu Beginn an, dass das letzte Spiel in Oldenburg (0:8) noch in den Knochen steckte. Trainer Mario Block hatte sich eine defensive Taktik zurechtgelegt und ließ die Flensburger erst einmal kommen, um dann zu kontern Die Jurgeleit-Schützlinge wussten mit diesen Freiheiten zunächst eher wenig anzufangen. Außer einer optischen Überlegenheit gab es in der Anfangsphase wenig zu vermelden. Nach 20 Minuten wurde der ETSV konzentrierter und beweglicher in Tornähe. Nachdem zwei gute Flanken bereits keinen Abnehmer gefunden hatten, vergab Tim Wulff per Kopf die erste echte Chance, als er an David Grof scheiterte (21.). Nach der folgenden Ecke, die Jonas Walter von der rechten Seite nach innen gegeben hatte, verlängerte ein GSC-Abwehrspieler unfreiwillig genau auf den freistehenden Matthias Hummel, der den Ball gegen unhaltbar zum 0:1 platzierte (22.). Die Flensburger behielten das Spiel anschließend bis kurz vor der Pause im Griff, hatten durch einen Walter-Distanzschuss (31.) aber auch nur noch eine Chance. In den letzten Minuten vor der Pause legten die Gastgeber ihre Zurückhaltung ab und brachten die Gäste damit in Bedrängnis. Doch der Ex-St. Paulianer Nils Pichinot vergab zwei gute Chancen. Einmal landete der Ball an der Latte (38.), ein weiterer Schuss touchierte den Außenpfosten (44.).

 

Nach dem Wechsel machte Goslar weiter Druck, allerdings war jetzt die ETSV-Abwehr (nun mit Dehner wieder in der Abwehrkette, nachdem Melfsen verletzt ausgeschieden war) wieder präsenter. Ein Ströhl-Schuss und ein Hajdari-Kopfball waren sichere Beute von Emken. Der GSC wirkte in der Offensive ansonsten weitgehend einfallslos. Allerdings konterte Weiche lange Zeit nicht gut. Das änderte sich erst in der Schlussphase wieder, als die eingewechselten Ilidio und Timo Carstensen das Spiel noch einmal belebten. Der beste Angriff führte zum 0:2. Über Florian Meyer, Elmedin Kasumovic und Timo Carstensen wurde die Kombination ausgespielt, Carstensen behielt den Überblick, sodass der völlig freie Hendrik Ostermann aus wenigen Metern nur noch einschieben musste (86.). Kurz vor Schluss hatte Ostermann sogar noch das 0:3 auf dem Fuß.

 

Goslarer SC: Grof - Hartwig, Pannewitz, O. Hofmann, Ströhl - Evljuskin (72. S. Lukac), K. Fischer - Golombek (61. Hajdari), Kleinsorge, Gladrow (67. Mu. Alawie) - Pichinot.

ETSV Weiche Flensburg: Emken - Melfsen (42. Thomsen), Hummel, H. Ostermann, Böhnke - C. Jürgensen – Walter (66. Ilidio), Dehner, E. Kasumovic, F. Meyer - Wulff (72. T. Carstensen).

 

Schiedsrichter: Riedel (Bremen).

 

Tore: 0:1 Hummel (22.), 0:2 H. Ostermann (86.).

 

Gelbe Karten: Kleinsorge (42. Foul/6.) / Jürgensen (57., Foul/5., gesperrt), Walter (64., Foul/4.).

 

Beste Spieler: Grof, Hofmann, Pichinot / Emken, Hummel, H. Ostermann. – Zuschauer: 315.

 

Autor: cje


Lokalsport Flensburger Tageblatt

FUSSBALL-REGIONALLIGA

- Gute Defensivarbeit fortsetzen

vom 25. April 2014 Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

ETSV Weiche empfängt die St. Pauli-Reserve und hat nach trainingsfrei über Ostern neue Kraft geschöpft

 

Für den Fußball-Regionalligisten ETSV Weiche Flensburg verliefen die beiden letzten Partien nur bedingt zufriedenstellend. ETSV-Trainer Daniel Jurgeleit adelte bei den Nullnummern gegen den Hamburger SV II und VfR Neumünster sein Team nur für die gute Defensivarbeit. Diese steht für ihn auch im Fokus in der morgigen Begegnung im Manfred-Werner-Stadion (Anpfiff 14 Uhr) gegen den FC St. Pauli II (U 23).

 

Jurgeleit konnte im Spiel gegen die HSV-Reserve mit dem 0:0 gut leben. „Da hat meine Mannschaft nach den früheren hohen Niederlagen gegen die Hamburger meine Vorgabe voll erfüllt. Wir hätten die Partie aufgrund vieler guter Möglichkeiten sogar durchaus gewinnen können.“ Aber gegen den stark abstiegsbedrohten VfR Neumünster attestierte der ETSV-Coach seiner Elf nur in den ersten zwanzig Minuten eine gute Leistung. „Mit zunehmender Spielzeit, insbesondere in der Schlussphase, war ich mit meiner Mannschaft überhaupt nicht zufrieden“, kommentierte Jurgeleit. Der Caoch bemängelte insbesondere, „dass die Mannschaft einfach zur leise war. Sie hätte mehr Biss zeigen müssen, weil ansonsten die Gefahr besteht, einen schwächeren Gegner mental aufzubauen.“ Unter dem Strich war er mit dem einen Punkt aber durchaus einverstanden.

 

Gegen die U 23 vom FC St. Pauli haben die Flensburger aus dem Hinspiel gute Erinnerungen. Durch den späten Treffer von Tim Wulff siegte der ETSV Weiche mit 1:0. Aber dieses Spiel nimmt Jurgeleit nicht als Gradmesser der aktuellen Leistungsstärke der Hansestädter. „Die hatten in den letzten Monaten einen guten Lauf. Sie sind viel stärker einzuschätzen als im Hinspiel.“ Allerdings verlief das letztes Pflichtspiel der St. Pauli-Reserve im Stadion Hoheluft nicht sonderlich erfolgreich. Die Kicker von Coach Thomas Meggle unterlagen dem VfB Oldenburg deutlich mit 1:4.

 

Der ETSV-Coach hat verständlicherweise auch schon das SHFV-Pokalfinales gegen den Drittligisten Holstein Kiel im Blick, das in drei Wochen in Kiel stattfindet. „Darauf arbeiten wir natürlich hin, ohne jedoch die nächsten Spiele aus dem Auge zu verlieren. In den drei Punktspielen bis zum Endspiel wollen auch in der Regionalliga nachhaltig punkten.“

 

Über die Ostertage hatten die Weiche-Kicker bis einschließlich Mittwoch trainingsfrei. „Die Spieler sollten ein wenig die Köpfe frei bekommen und Kraft schöpfen“, erklärt der Coach. Gestern wurde wieder voll ins Training eingestiegen. Verletzungsbedingt fehlte Christoph Dammann, der sich in der Partie gegen den HSV II einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Leif Carstensen hat sich nach einem Ausrutscher den Mittelhandknochen gebrochen, und Jannik Ostermann fällt wegen eines grippalen Infektes aus. „Ob unser Kapitän Marc Böhnke nach seiner auskurierten Verletzung von Beginn an spielen kann, werde ich kurzfristig entscheiden“, so der ETSV-Trainer. Als zusätzliche offensive Alternative kann Jurgeleit aber wieder auf Ilidio Pastor Santos zurückgreifen, der seine Knochenhautreizung auskuriert hat.

 

Autor: hwk


Lokalsport Flensburger Tageblatt

FUSSBALL

- „Wir wollen das Wunder möglich machen und Holstein Kiel im Pokal schlagen“

vom 24. April 2014 Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Weiches Torhüter Florian Kirschke ist heiß auf das Regionalliga-Duell mit seinen alten Teamkollegen vom FC St. Pauli.

 

36 Tore hat der ETSV Weiche in 29 Punktspielen kassiert. Nur Spitzenreiter VfL Wolfsburg II steht mit 24 Gegentreffern noch besser da. Damit haben die Flensburger in der Fußball-Regionalliga die zweitbeste Defensive. Großen Anteil daran hat Torhüter Florian Kirschke. Seine Leistungsdaten: 33 Gegentore in 25 Spielen. Damit zählt der 21-jährige zu den Top-Keepern der 4. Liga. Der gebürtige Hamburger trifft mit den Flensburgern am Sonnabend (14 Uhr) auf seinen alten Verein FC St. Pauli II. An das Hinspiel erinnert er sich noch ganz genau. Am Millerntor siegte Weiche im Oktober mit 1:0. „Das ist schon ein tolles Gefühl, gegen die alten Kollegen zu gewinnen. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich nicht auf das Rückspiel in Flensburg brenne“, erklärt der 1,87 Meter große Keeper im Interview. Er plant, einmal mit dem Fußball sein Geld zu verdienen. „Ich will in den Profibereich. Darum muss ich Gas geben“, sagt er.

 

Wie sah das Programm über die Ostertage beim ETSV Weiche aus?

 

Die Mannschaft hat nach dem Neumünster-Spiel bis Donnerstag frei bekommen, um etwas abzuschalten und dann frisch in die letzten drei Spiele vor dem Pokal-Highlight gegen Holstein Kiel zu gehen. Aber Andre Hagge und mir war das zu viel Leerlauf. Darum fangen wir mit Torwarttrainer Jan Neujahr schon einen Tag früher an. Für einen Torhüter ist es wichtig, dass er Woche für Woche Bälle und dadurch Sicherheit bekommt.

 

Ihre bisherigen Stationen waren der HSV und St. Pauli. Kann man Fan von beiden Vereinen sein?

 

Unmöglich. Beim HSV würde ich nicht mehr spielen. Das könnte ich mit meinem Herzen nicht vereinbaren. Ich war zwölf Jahre dort, habe viele schöne und unschöne Dinge erlebt. Danach spielte ich vier Jahre für St. Pauli. Da merkt man die Unterschiede. Beim St. Pauli ist es viel familiärer und kollektiver, da kennt jeder jeden. Das ist wie in Weiche. Die Rivalität mit dem HSV ist auch viel größer. Leider haben wir vor zwei Wochen in Hamburg nur 0:0 gespielt. Ich hätte mich für einen Sieg gegen den HSV zerrissen.

 

Wie hat die Mannschaft reagiert, als der Vorstand kürzlich verkündet hat, die Voraussetzungen für die 3. Liga in Weiche schaffen zu wollen?

 

Darüber haben wir uns eigentlich noch gar keine Gedanken gemacht. Natürlich wäre eine überdachte Tribüne schön. Wir hätten gerne noch mehr Zuschauer und freuen uns über jeden, der uns anfeuert. Aber zunächst wollen wir erst einmal unser sportliches Ziel in dieser Saison erreichen und arbeiten seit Beginn der Rückrunde auf das Pokalfinale hin. Wir wollen das Wunder möglich machen und Holstein Kiel schlagen.

 

Glaubt die Mannschaft an einen Sieg im Pokal-Endspiel?

 

Warum nicht? Wir wollen uns von Woche zu Woche steigern, um auf den Punkt 100 Prozent abzurufen. Ich glaube, wir sind auf einen guten Weg, auch wenn wir immer wieder einige Ausfälle zu beklagen haben. Besonders leid tut es mir für „Chrissi“ Dammann, der nun nach seinem Kreuzbandriss zuschauen muss. Aber die Elf, die auf dem Platz steht, wird sich 90 Minuten oder auch länger zerreißen. Natürlich dürfen wir die Liga nicht ganz aus den Augen verlieren und die Spiele abschenken. Es gibt einige Leute im Verein, die freuen sich schon unglaublich über Rang sechs. Aber ich persönlich würde noch gerne Platz vier erreichen.

 

Wie sind Sie mit der eigenen Leistung in dieser Saison zufrieden?

 

Wir haben die zweitwenigsten Gegentore erzielt. Zuletzt haben wir sogar zweimal zu Null gespielt. Ich glaube, dazu habe ich auch meinen Beitrag geleistet. Das tut gut, denn ich hatte schon so einige Seuchen-Jahre – einen Bänderriss, zwei Mittelfußbrüche und nach einem Frontal-Zusammenprall hatte ich auch schon das Jochbein und den Kiefer gebrochen. Da war fast nichts mehr heil in meinem Gesicht. Deshalb bin ich vor allem froh, dass ich in dieser Saison ohne Verletzung geblieben bin.


Lokalsport Flensburger Tageblatt

FLENSBURG

- Ohne Mut in der Offensive

vom 22. April 2014 Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Weiche enttäuscht beim 0:0 im Regionalliga-Landesduell gegen den abstiegsbedrohten VfR Neumünster.

 

Mageres Spiel, mageres Ergebnis. Die Fußballer des ETSV Weiche mussten sich im Landesduell beim VfR Neumünster nach einer schwachen Vorstellung mit einem 0:0 zufrieden geben. „Die bejubeln diesen Punkt, und wir gehen mit gesenkten Köpfen vom Platz. Das kann nicht unser Anspruch sein“, sagte Flensburgs Kapitän Marc Böhnke, der nach seiner Verletzung vor drei Wochen erstmals in der zweiten Hälfte wieder eingewechselt wurde. Damit verpassten es die Weicher, am Nachholspieltag über Ostern am SV Meppen vorbei auf Platz fünf in der Regionalliga zu klettern.

 

Für die abstiegsbedrohten Gastgeber, die quasi mit dem letzten Aufgebot antraten, war es nach fünf Niederlagen der erste Punktgewinn unter Trainer Uwe Erkenbrecher. „Wir haben das Unmögliche geschafft. Aber für ein Wunder hätten wir noch etwas mehr Glück gebraucht. Ich bin jedoch sehr froh über diesen Punkt“, sagte der VfR-Trainer. Und der 2. Vorsitzende Gerd Grümmer ergänzte: „Endlich haben wir uns wieder als Mannschaft präsentiert.“

 

Dabei schien für die favorisierten Flensburger alles planmäßig zu laufen. „Wir wollten so kämpfen, als wenn wir selbst unten drin stehen“, hatte Trainer Daniel Jurgeleit als Marschroute ausgegeben. „Aber daran haben wir uns nur die ersten 20 Minuten gehalten.“ Es begann mit einem Freistoß, den Elmedin Kasumovic aus 35 Metern auf das VfR-Tor schoss. Keeper Marc Aron Kassler klärte unkonventionell mit dem Fuß. Sicher wirkte das nicht. Und als der Torhüter zwei Minuten später eine Freistoß-Flanke von Kasumovic abklatschen ließ, schien es nur noch eine Frage der Zeit, wann Weiche in Führung geht. Aber nach einem Eckball von Jonas Walter (16.) nutzten Patrick Thomsen, Christian Jürgensen und Tim Wulff das Durcheinander im VfR-Strafraum nicht. Erkenbrecher sah sein Team bis zu diesem Zeitpunkt nur hinterher laufen, die Veilchen waren viel zu weit weg von ihren Gegenspielern. „Was willst du machen, wenn die nichts kapieren.“ Es blieb aber die einzige negative Äußerung des ehemaligen Profitrainers, der ansonsten 90 Minuten in seiner Coachingzone an der Außenlinie ackerte und seine Spieler immer nach vorn trieb.

 

Auf die Frage, warum Weiche das Fußballspielen nach 20 Minuten einstellte, wusste Kapitän Böhnke auch keine Antwort. „Uns hat der Mut in der Offensive gefehlt.“ Neumünster gewann mit einfachen Mitteln die Oberhand. Die Zweikämpfe wurden plötzlich angenommen, der Ball lang nach vorn gespielt, wobei die Flensburger Abwehr nicht immer sattelfest wirkte. Aber Torhüter Florian Kirschke klärte zweimal gegen Marco Schultz (33., 42.). Weiche hatte nur noch einen Kopfball von Wulff (43.) zu bieten, der neben das Tor ging.

 

Nach dem Wechsel war die Partie wieder ausgeglichener. Die größte Chance des Spiels hatte Weiche, als Kasumovic Florian Meyer (67.) bediente, dessen Schuss von Kassler mit den Fingerspitzen zur Ecke gelenkt wurde. Ansonsten versuchten es die Flensburger mit Fernschüssen. Aber Thomsen (53.), Walter (58.) und Kasumovic (67.) trafen das Tor nicht. Danach machte Neumünster wieder mehr Druck, und bei einem Kopfball-Wischer von Kevin Schultz (87.) fehlte nicht viel. „Ein 0:1 war drin“, gestand Jurgeleit, der zwar mit dem Punkt leben konnte, mit seiner Mannschaft aber nicht zufrieden war. „Vor allem die letzten 20 Minuten haben mir gar nicht gefallen. Da war die Mannschaft viel zu leise.“ Immerhin hielt die Flensburger Serie. Jetzt sind sie schon acht Spiele (fünf Siege, drei Unentschieden) gegen Neumünster ungeschlagen.

 

VfR Neumünster: Kassler – Thomas, Jakubowski, Bönigk, Durak – Zschimmer, K. Schulz, Rave, Michalowski (82. Schlagelambers) – M. Schultz, Kramer.

 

ETSV Weiche: Kirschke – Melfsen, Dehner, Hummel, Jürgensen – Thomsen – Walter (79. Böhnke), Kasumovic (86. Strömer), H. Ostermann (68. J. Ostermann) – F. Meyer, Wulff.

 

Schiedsrichter: Müller (Eutin 08).

 

Gelbe Karten: Rave/F. Meyer.

 

Tore: Fehlanzeige.

 

Zuschauer: 391.

 

Beste Spieler: Thomas, Durak, M. Schultz / Kischke, Hummel, Jürgensen.


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FUSSBALL

- Regionalliga-Derby: Weiche setzt auf Kampf

vom 19. April 2014 Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburger haben die letzten sieben Nordduelle gegen den kriselnden VfR Neumünster nicht verloren.

 

Alles spricht für den ETSV Weiche. Die Flensburger haben die letzten sieben Nordderbys gegen VfR Neumünster nicht verloren (fünf Siege, zwei Remis). Aber nicht nur deshalb geht das Team von Trainer Daniel Jurgeleit heute als Favorit in das Regionalliga-Spiel (15 Uhr) in der Grümmi-Arena des VfR. Bei den Gastgebern geht es drunter und drüber. Nach Ervin Lamce und Helmut Szpadzinski ist inzwischen Uwe Erkenbrecher der dritte Trainer der Lila-Weißen. Auch der ehemalige Profi-Coach hat Neumünster nicht auf Kurs gebracht. Seine Bilanz: Fünf Niederlagen, null Unentschieden, null Siege. Darunter Heimpleiten gegen Cloppenburg (1:2) und Havelse (0:2). Insgesamt stehen für den VfR jetzt sieben Niederlagen in Folge zu Buche – so viele wie noch nie in der traditionsreichen Vereinsgeschichte. Die Gründe sind vielschichtig, es fehlt fast eine halbe Mannschaft. Hesse, Nagel, Harrer und Aust sind Langzeitverletzte, Moslehe und Schäfke wurden im Winter abgegeben. Gegen Weiche fallen zudem Ingreso und Zekjiri nach fünf Gelben Karte aus. Jetzt wurde auch noch mit Patrick Christophersen der dienstälteste Spieler rausgeworfen. Nur gut, dass der drittletzte Platz dem VfR wohl zum Klassenerhalt reicht. Trotzdem warnt Marc Peetz: „Aber wir können nicht sagen, wir fahren da hin und hauen die weg.“ Für Weiches Co-Trainer ist das Spiel viel schwerer als die Partie beim HSV II, wo sich die Flensburger durch ein 0:0 wieder auf Rang sechs verbesserten. „In solchen Derbys ist die Rivalität immer groß. Da muss man die Jungs bei der Ehre packen“, erklärt Peetz. „Das kann man nicht spielerisch lösen. Wir müssen kämpferisch an die Sache herangehen. Darauf haben wir die Mannschaft die ganze Woche vorbereitet.“ Allerdings waren die Flensburger auch sehr geknickt, als sie erfuhren, dass Christoph Dammann sich in Hamburg das Kreuzband gerissen hat. Ansonsten verfügt Weiche über einen breiten Kader. Auch Marc Böhnke und Ilidio sind wieder fit. Wer spielt, entscheidet sich erst heute Morgen beim Abschlusstraining.


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FUSSBALL

- Weiches zweiter Anlauf

vom 17. April 2014 Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburger Fußballer wollen Saison mit einem Sieg im Pokalfinale gegen Holstein Kiel krönen. Tickets ab dem 23. April im Vorverkauf.

 

Der absolute Saisonhöhepunkt im schleswig-holsteinischen Fußball steht wieder bevor: Am Freitag, 16. Mai, ist das Kieler Holstein-Stadion erstmals nach dem Finale 2010 wieder zentraler Schauplatz für die Finalspiele im Lotto-Pokal der Herren und Frauen. Um 17 Uhr treffen die Frauenteams von Holstein Kiel und SV Henstedt-Ulzburg aufeinander, um 20.30 Uhr spielt der ETSV Weiche im Herren-Endspiel gegen Holstein Kiel um den Titel. „Mit Weiche Flensburg und Holstein Kiel treffen die zurzeit besten Teams in Schleswig-Holstein aufeinander und versprechen eine spannende Finalbegegnung. Unser Ziel ist, die 5000er-Marke bei den Zuschauern zu knacken“, sagt SHFV-Präsident Hans-Ludwig Meyer. So viele Zuschauer waren bislang nur zu Finalbegegnungen zwischen Holstein Kiel und dem VfB Lübeck gekommen.

 

Für den ETSV Weiche ist es die zweite Finalteilnahme in der Vereinsgeschichte. Vor zwei Jahren hatte das Team um Coach Daniel Jurgeleit bereits eine Hand am „Henkelpott“ und ein Bein im DFB-Pokal, doch in der Nachspielzeit drehte der damalige Finalgegner VfB Lübeck auf der Lohmühle die Partie und gewann 4:2 nach Verlängerung. Es war eine Niederlage, die richtig weh tat. Allerdings trösteten sich die Flensburger, als sie anschließend den Regionalliga-Aufstieg perfekt machten.

 

Holstein Kiel setzte sich auf dem Weg ins Finale souverän gegen drei SH-Ligisten durch. In den beiden Vorjahren war der Drittligist jeweils vorzeitig aus dem Pokal ausgeschieden.

 

Den Fans wird am 16. Mai einiges geboten: Bei den Herren erwartet die Zuschauer ein spannender Pokalfight zwischen dem Sechsten der Regionalliga Nord und dem Drittligisten aus Kiel. Die Flensburger entwickeln sich langsam zu einem der Top-Teams in der Regionalliga und wollen die Saison mit dem Titel im Pokal krönen. Das Team von Trainer Daniel Jurgeleit hatte sich im Halbfinale gegen den Vorjahressieger VfR Neumünster durchgesetzt. Es wäre der erste Titel im Pokal in der Flensburger Vereinsgeschichte. Die Störche aus Kiel hingegen streben den insgesamt zwölften Gewinn an. Zuletzt holte Holsteins Trainer Karsten Neitzel mit seinem Team wichtige Punkte für den Klassenverbleib und steht nach starken Leistungen in den letzten Wochen auf Rang 15 in der 3. Liga.

 

Zusätzlicher Ansporn für beide Teams: Der Sieger ist für die erste Runde des DFB-Pokals 2014/15 qualifiziert und kann auf ein Heimspiel gegen einen Bundesligisten sowie Einnahmen in sechsstelliger Höhe hoffen. „Wenn wir das Spiel gewinnen sollten, könnte die überdachte Sitztribüne ziemlich schnell stehen“, erklärte Harald Uhr kürzlich. Der Flensbruger Mäzen und Liga-Geschäftsführer hatte vor einem Monat die „Vision Weiche 2016“ mit dem Ausbau des Manfred-Werner-Stadions für 10 000 Zuschauer vorgestellt und erklärt: „Wir müssen bereit sein, wenn die Mannschaft irgendwann an die Tür zur 3. Liga klopft.“ Zwar gibt es in Weiche keinen Zeitplan für Profifußball. aber dass der Verein seine Vision gerade jetzt bekannt gemacht habe, „hat auch etwas damit zu tun, die Spannung bei den Spielern für das Saison-Highlight gegen Holstein hoch zu halten“, erklärt Uhr.

 

Tickets für den Finalspieltag in Kiel sind ab dem 23. April an den bekannten Vorverkaufsstellen in Kiel (u.a CITTI und alle Famila-Märkte) und Flensburg (ETSV-Geschäftsstelle) sowie bei der SHFV-Geschäftsstelle (ausschließlich Gruppentickets) erhältlich. Vorbestellungen der Gruppentickets sind ab sofort und ausschließlich über den SHFV möglich.

 


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FUSSBALL

- Weiche stark in der Defensive

vom 14. April 2014 Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Regionalliga: Verdientes 0:0 bei der U23 des Hamburger SV. Verteidiger Christoph Dammann schwer am Knie verletzt.

 

Mit dem 0:0 in der Fußball-Regionalliga zwischen dem Hamburger SV II und dem ETSV Weiche konnten beide Seiten gut leben. Dass seine starke Defensive ohne Gegentor blieb – und das gegen den HSV, der in Flensburg 5:0 und 6:2 gewonnen hatte – rechnete Trainer Daniel Jurgeleit seinen Mannen hoch an: „Sicher hätten wir in der ersten Hälfte ein Tor erzielen können und wären auf die Siegerstraße gekommen. Aber insgesamt können wir mit diesem Punkt gut leben und nehmen ihn verdientermaßen mit.“

 

Auch sein Gegenüber Rodolfo Cardoso, mit dem Jurgeleit von 1989 bis 1993 beim FC Homburg zusammengespielt hatte, konnte dem 0:0 Positives abgewinnen: „Wir haben gut gespielt, aber den letzten Zug zum Tor vermissen lassen. Natürlich freue ich mich, dass unser Stürmer Mattia Maggio in den Bundesliga-Kader aufgerückt ist, aber uns fehlte so im Angriff die Durchschlagskraft und das Selbstbewusstsein.“

 

Die Flensburger versuchten es zunächst mit wildem Pressing und verwirrten damit besonders HSV-Keeper Florian Stritzel, der mit seiner Spieleröffnung große Probleme hatte. So wurde das Spiel in die Hamburger Hälfte verlagert, wobei die Gäste in der Offensive flexibel agierten und häufig die Positionen tauschten. Florian Meyer visierte mit einem schönen Schlenzer aus 22 Metern das Tor an (9.), zehn Minuten später setzte Karl-Christian Melfsen nach einem abgewehrten Eckball Hendrik Ostermann in Szene, doch dessen Schuss aus der Drehung ging über das Tor. Die beste HSV-Chance der ersten Hälfte leitete Elmedin Kasumovic ein, der den Ball in der eigenen Hälfte an HSV-Profi Kerem Demirbay verlor, der spielte auf Manuel Farrona Pulido, doch Florian Kirschke im Flensburger Tor verkürzte den Winkel geschickt und parierte (22.). Auf der Gegenseite hatte Tim Wulff nur 100 Sekunden später die große Möglichkeit zum 0:1, als er völlig frei vor Stritzel auftauchte, aber sowohl am Torwart als auch am langen Pfosten vorbei zielte. Christoph Dammann (28.) und Melfsen mit einem Linksschuss (44.) versuchten noch ihr Glück – und als Wulff in der Nachspielzeit erneut frei vor Stritzel war, aber nach Kasumovics Hoppel-Vorlage zaudernd am Ball vorbei schlug, war klar, dass Weiche nicht mit der bis dahin verdienten Führung in die Kabine kommen würde.

 Nach der Pause ergriffen die Hamburger mehr die Initiative, was auch daran lag, dass Hendrik Ostermann aus dem Defensivzentrum heraus ging und sich Kasumovic mehr fallen ließ. Hinzu kam der Schock der Verletzung von Christoph Dammann (57.), der sich ohne Fremdeinwirkung das Knie verdrehte. Jurgeleit: „Ich hoffe, das Außenband im Knie ist nur gezerrt – aber es sah schlimmer aus.“ Die Hamburger hatten mehr Platz im Mittelfeld, kamen aber auch nur zu wenigen echten Chancen. Die beste vereitelte noch Matthias Hummel, der HSV-Angreifer Brüning den Ball vom Fuß grätschte (60.). Und sechs Minuten vor Schluss durfte mal wieder Kirschke eingreifen, der Halilis 20m-Schuss noch touchierte und an die Latte lenkte.

 

HSV II: Stritzel – Jordan, Morena, Wacker, Langer – Brauer – Götz (84. Bergmann), Halili, Demirby, F. Pulido (90. Shirdel) – Brüning (86. L. Müller).

 

Weiche: Kirschke – Melfsen, Dehner, Hummel, Dammann (57. Strömer)– H. Ostermann (74. J. Ostermann) – Walter, Kasumovic, F. Meyer – Thomsen, Wulff (90. L. Carstensen).

 

Schiedsrichter: Helwig (Lüneburg). – Z.: 106.

 

Beste Spieler: Morena, Jordan – Melfsen, H. Ostermann, Hummel, Dehner.


 

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HSV IM ABSTIEGSKAMPFSlomka: Keine Gnade mit der alten Liebe

vom  12. April 2014

Der HSV kann heute mit einem Sieg an Hannover 96 vorbeiziehen. Pierre-Michel Lasogga fällt weiter aus.

HAMBURG |  Knapp vier Jahre war  Mirko Slomka  Trainer bei  Hannover  96, er führte die Niedersachsen bis ins Viertelfinale der Europa League, seine Familie lebt in Hannover. Doch 106 Tage nach seinem Rauswurf steht Slomka bei seiner Rückkehr als Trainer des taumelnden Hamburger SV nicht der Sinn nach Sentimentalitäten. „Es ist ein Überholspiel. Wir können eine Mannschaft in den Abstiegsstrudel mit hineinziehen“, meinte Slomka, der kein Mitleid mit seinem Ex-Club hat: „Die müssen ihre Hausaufgaben selbst machen.“   Dennoch ist Slomka sein Ex-Club nicht völlig egal: „Ich wünsche dem Verein und meinem Kollegen  Tayfun Korkut, dass sie wie wir auch die Klasse halten, aber ich konzentriere mich derzeit nur auf uns“, sagte der HSV-Coach und fügte   unmissverständlich an: „Wir brauchen die Punkte dringender.“

Gelingen muss dies heute allerdings ohne Topscorer Pierre-Michel Lasogga, der seine dauerhaften Oberschenkelprobleme nicht in den Griff bekommt und zumindest zwei weitere Wochen ausfallen wird.   Auch Innenverteidiger Jonathan Tah   wird fehlen. „Er hat massive Rückenprobleme“, berichtete der Coach. Positiv bewertete er die Einstellung des immer noch an Knieproblemen leidenden Ivo Ilicevic: „Er hat noch Schmerzen im Knie, aber er kann spielen.“ Ob er ihn von Beginn an aufstelle, wollte Slomka noch nicht preisgeben. Eine Chance auf einen Kaderplatz hat erneut U-23-Stürmer Mattio Maggio: „Er zeigt im Training die Bereitschaft, an die Grenzen zu gehen“, lobte der Fußballlehrer.

Eine Sorge ist Slomka seit gestern los. Seinen in Hannover massiv in der Kritik stehenden Kollegen Tayfun Korkut wird er nicht in der Arbeitslosigkeit stürzen. Hannover Coach erhielt gestern etwas überraschend eine Jobgarantie von 96-Clubchef   Martin Kind. „Ich schließe einen weiteren Trainerwechsel in dieser Saison aus. Es wird bei 96 keine Trainerentlassung geben“, bekräftigte Kind. Sogar im Falle eines Abstiegs will der 69-Jährige an dem Trainertalent festhalten. „Ich würde es in jedem Fall machen“, sagte der Unternehmer: „Tayfun Korkut war eine gute und richtige Entscheidung mit Perspektive. Die Mannschaft in sich hat Probleme. Aber auf deren Zusammenstellung hatte der Trainer null Einfluss.“  

Um diesen Vertrauenvorschuss zu rechtfertigen und sich optimal auf das Derby vorzubereiten, flüchtete Hannovers Coach mit seinem Team für drei Tage aus der Schusslinie und suchte   im besinnlichen Ambiente des Klosters   Harsewinkel-Marienfeld nach dem Weg aus der Krise. Bloß nicht verkrampfen lautet die Devise vor dem Wiedersehen mit Slomka. „Es geht darum, die Tanks wieder emotional aufzufüllen und uns in diesem Spiel zu befreien. Wir dürfen in diesem Negativtrend nicht versinken“, so Korkut. Am Ende bleibt aber die große Angst, heute noch tiefer in den Abstiegsstrudel zu geraten. Ungewohnt bescheiden gibt sich deshalb auch Kind. „Ich wäre auch mit einem Unentschieden zufrieden“, sagte Hannovers Boss.

Mögliche Aufstellung des Hamburger SV: Adler - Diekmeier, Djourou, Mancienne, Westermann - Calhanoglu, Rincón, Arslan, Jiracek - van der Vaart - Zoua

Autor: shz.de

 


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FUSSBALL

- ETSV Weiche nutzt doppelte Überzahl

vom 7. April 2014 Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Jonas Walter erzielt beim 3:1-Erfolg des Flensburger Fußball-Regionalligisten gegen Hannover 96 II zwei Tore. Undisziplinierte Gäste.

 

Nach zwei Niederlagen in Folge ist Fußball-Regionalligist ETSV Weiche Flensburg wieder in der Spur. Die Mannschaft von Trainer Daniel Jurgeleit besiegte Hannover 96 II in einer intensiven und in den zweiten 45 Minuten phasenweise turbulenten Partie verdient mit 3:1 (0:0). Jurgeleit lobte: „Die Jungs haben sich gequält, gut gearbeitet und teilweise auch gut gespielt. Heute hatten wir vielleicht auch das Glück, das uns gegen Wolfsburg gefehlt hat.“

 

Jurgeleit war gezwungen, sein Team gleich auf vier Positionen zu verändern. Für die gesperrten Matthias Hummel und Marc Böhnke rückten Micha Dehner und Christian Jürgensen in die Startelf, Florian Meyer nach Verletzungspause und Patrick Thomsen (zurück nach Gelbsperre) ersetzten Timo Carstensen und Pierre Webessie.

 

Weiche irritierte die Gastgeber mit ständigen Positionswechseln, so tauchte Patrick Thomsen, ansonsten meist auf der „Sechs“ aufgeboten, immer wieder in der Spitze auf. Hannover brauchte eine knappe halbe Stunde, um ins Spiel zu kommen. Kevin Behrens (32. und 34.) prüfte erstmals Florian Kirschke. Einen Freistoß aus 18 Metern setzte Daniel Bauer daneben, zuvor hatte Christian Jürgensen Roman Prokoph gefoult. Patrick Thomsen schickte Florian Meyer, der Pass war aber etwas zu lang, so dass 96-Torhüter Konstantin Fuhry klärte (37.). Ein Freistoß von Kasumovic, den Fuhry hielt (41.), war die letzte erwähnenswerte Aktion einer wenig spektakulären ersten Halbzeit.

 

Nach Wiederbeginn kamen die 389 zahlenden Zuschauer bei nebligem Nieselwetter aber auf ihre Kosten. Den besseren Start erwischten die Gäste. Ein Freistoß von Florian Meyer wurde geblockt, Hannover leitete den Konter ein. Der agile Robert Herrmann trieb den Ball über die linke Seite nach vorn. Kasumovic verlor Jannis Pläschke aus den Augen, der in der 47. Minute zum 0:1 traf. Kirschke war noch dran, konnte aber nicht parieren. „Danach hatten wir zwei klare Chancen, um das 0:2 zu machen“, ärgerte sich 96-Coach Sören Osterland. Die beste vergab Kevin Behrens (49.), dessen Kopfball vorbei strich.

 

Doch die Gastgeber kamen zurück. Abwehrspieler Ronny Surma brachte Florian Meyer im Strafraum zu Fall, Schiedsrichter Julian Lüddecke entschied sofort auf Elfmeter. Jonas Walter verwandelte souverän – 1:1 nach 52 Minuten. Meyer zielte nach Thomsens Vorarbeit vorbei (54.), Pläschke schoss nach Herrmann-Flanke über den Kasten (58.). Nach einer Stunde dann die Szene, die Sören Osterland später unwidersprochen als „Knackpunkt“ der Partie bezeichnete: Keeper Konstantin Fuhry attackierte den allein auf ihn zusteuernden Tim Wulff außerhalb des Strafraums derart ungestüm, dass Schiri Lüddecke die Rote Karte zückte. Für Fuhry kam Marco Pinkernelle, Feldspieler Yannik Schulze musste raus.

 

Die Flensburger nutzten ihre Überzahl alsbald aus. Thomsen bediente Wulff, der setzte sich im Strafraum durch und legte quer zu Jonas Walter, der nur noch einschieben musste (67.). Hannover reklamierte vergeblich ein Stürmerfoul von Wulff. 2:1-Führung, ein Mann mehr – eigentlich alles gut bei den Gastgebern, die in der Folgezeit aber einige Male ins Schwimmen gerieten. Kirschke hielt einen Kopfball von Behrens (78.) und hatte Glück, als ein Kopfball von Bauer (86.) von der Unterkante der Latte ins Feld zurücksprang. In der Schlussphase, als seine Mannschaft die Ordnung verlor, griff Daniel Jurgeleit mehrfach lautstark von außen ein. Dann dezimierten sich die Niedersachsen ein zweites Mal. Len Aike Strömer kam nach einem Duell mit Florian Rutter im Strafraum zu Fall. Rutter unterstellte Strömer, einen Elfmeter schinden zu wollen und schubste den Flensburger um (86.). Wieder zückte Lüddecke Rot. Jannick Ostermann hatte Keeper Pinkernelle schon ausgespielt, traf aber nur das Außennetz (90.+2). Zwei Minuten später liefen Kasumovic und Thomsen allein auf das 96-Tor zu, Kasumovic bediente seinen Mitspieler, der keine Mühe hatte, zu vollenden.

 

ETSV Weiche: Kirschke – Dammann, Dehner, Jürgensen, Hasanbegovic – H. Ostermann, Kasumovic – Walter (88. J. Ostermann), Thomsen – F. Meyer (85. Strömer), Wulff.

 

Hannover 96 II: Fuhry – Rutter, Surma, Blume, Teichgräber (75. Ernst) – Pläschke (84. Rusteberg), Schulze (60. Pinkernelle), Herrmann – Bauer, Behrens – Prokoph.

 

Rote Karten: -/Fuhry (60., Notbremse), Rutter (86., Tätlichkeit). Tore: 0:1 Pläschke (47.), 1:1 Walter (52., Foulelfmeter), 2:1 Walter (67.), 3:1 (90.+4) Thomsen. Beste Spieler: Meyer, Walter/Behrens, Pläschke.

 

Autor: usc


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FUSSBALL

- „Ich hoffe, das war ein Hallo-Wach-Effekt“

vom 3. April 2014 Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Weiches Abwehrchef Matthias Hummel muss nach seiner Notbreme im Spiel gegen Wilhelmshaven am Sonnabend gegen Hannover 96 II zuschauen.

 

Der Abwehrchef des ETSV Weiche war bedient. Schon im Heimspiel gegen Regionalliga-Spitzenreiter VfL Wolfsburg II hatte Matthias Hummel (Foto) den entscheidenden Elfmeter zur unglücklichen 0:1-Niederlage verursacht. Beim enttäuschenden 1:3 in Wilhelmshaven stand der Flensburger Fußballer erneut im Blickpunkt. Er musste nach einer Notbremse vom Platz. „Das war die erste Rote Karte in meiner Karriere mit 29 Jahren“, erzählt er. „Ich hoffe, dass ich nur ein Spiel gesperrt werde.“ Am Sonnabend im Heimspiel gegen den Bundesliga-Nachwuchs von Hannover 96 (14 Uhr) ist der Innenverteidiger definitiv nur Zuschauer. Trotzdem glaubt er, dass die Mannschaft die schlechte Bilanz gegen 96 aufbessert.

 

Sie hatten drei Negativ-Erlebnisse in den letzten Spielen. Gegen Bremen und Wolfsburg einen Elfmeter verursacht, jetzt die Notbremse in Wilhelmshaven mit Elfmeter und Roter Karte. Woran liegt das?

 

Das sind eigentlich Fehler, die man im ersten Regionalliga-Jahr macht. Aber ich bin momentan vielleicht ein wenig müde. Alle brauchen irgendwann eine Auszeit. Aber ich war immer von Anfang bis Ende dabei. Da merkt man, dass die letzten Prozente fehlen, man in Bruchteilen von Sekunden falsch entscheidet. Mich persönlich ärgert das sehr, weil es eigentlich nicht passieren darf. Ich stelle mich der Kritik und bin mein größter Kritiker.

 

Gibt es schon ein Urteil, wie lange Sie pausieren müssen?

 

Nein. Aber ich hoffe, ich komme mit einem Spiel Sperre davon. Ich habe nicht gemeckert, der Elfmeter ist reingegangen und ich bin kein Wiederholungstäter. Das müsste sich strafmildernd auswirken. Zwei Spiele wären da schon verdammt hart.

 

Hat der Trainer nach der schwachen Partie in Wilhelmshaven geschimpft?

 

Wir waren im Kollektiv schlecht. Aber der Trainer hat gesagt, dass er uns auch mal so eine Leistung zugesteht. Aber er will jetzt gegen Hannover eine Reaktion sehnen. Ich hoffe, das Spiel war so eine Art Hallo-Wach-Effekt, dass wir die Saison nicht abschenken und bis zum Pokalfinale gegen Holstein Kiel alles rausholen.

 

Wie stark schätzen Sie die U23 von Hannover 96 ein?

 

Eigentlich erwartet man vom Bundesliga-Nachwuchs, dass er immer oben mitspielt. Aber die Mannschaft steht nur auf einem enttäuschenden zwölften Platz. Trotzdem: 96 hat Qualität. Und unsere Bilanz gegen Hannover ist nicht gerade gut. Da kann es nur unser Ziel sein, die Punkte in Flensburg zu behalten.


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FUSSBALL

- Weiche ohne Aggressivität

vom 31. März 2014 Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Regionalliga: Verdiente 1:3-Niederlage in Wilhelmshaven. Abwehrchef Matthias Hummel sieht nach Notbremse Rote Karte.

 

Rückschlag für den ETSV Weiche. Beim abstiegsbedrohten SV Wilhelmshaven kassierten die Flensburger in der Fußball-Regionalliga eine insgesamt nicht unverdiente 1:3 (0:2)-Pleite und fielen nach der zweiten Niederlage hintereinander erstmals seit langer Zeit wieder auf Rang sieben der Tabelle zurück. „Bei uns fehlte die Spannung und die Aggressivität. Deshalb bin ich überhaupt nicht zufrieden“, meinte ETSV-Trainer Daniel Jurgeleit.

 

Der Coach hatte die offensivere 4:3:3-Variante gewählt, brachte Timo Carstensen und Didier Webessie im Sturm für den gesperrten Patrick Thomsen und den verletzten Leif Carstensen. Eigentlich ging das Spiel für die Weicher gar nicht so schlecht los. Bereits nach 14 Sekunden hatte Nedim Hasanbegovic, der die Sechser-Position von Thomsen übernommen hatte, mit einem schönen 16-Meter-Schuss die erste Chance. Doch Aaron Siegl im SVW-Tor parierte gut. Und so ging überraschend der Außenseiter in Führung. Nach der zweiten Ecke der Wilhelmshavener bekamen die Flensburger den Ball auch in mehreren Versuchen nicht aus der Gefahrenzone, Loheider war zur Stelle und schoss aus wenigen Metern zum 1:0 (5.) ein. Für die zuletzt gebeutelten Gastgeber stärkte dieser Treffer das Selbstvertrauen. Gegen die fortan optisch überlegenen Flensburger hielten die Jadestädter gut dagegen, so dass sich trotz ordentlicher Ansätze bei den Gästen nur wenige klare Torszenen ergaben. Die beste hatte Webessie, der jedoch aus kurzer Distanz am starken Siegl scheiterte (11.). Dann zischte ein Schuss von Jonas Walter aus 20 Metern haarscharf am Pfosten vorbei (44.).

 

Wenig später folgte die Ernüchterung. Youness Buduar hebelte mit einem Pass in die Gasse die Weicher Abwehrkette aus, so dass Alessandro Ficara zum 2:0-Pausenstand (45.) traf. Nach dem Wechsel versuchten die Flensburger zwar noch einmal alles. Doch aus der Feldüberlegenheit entsprangen auch weiterhin zu wenige Chancen. Mit dem Foul von Matthias Hummel, der den in den Strafraum eindringenden Loheider zu Fall brachte und die Rote Karte sah, war die Entscheidung gefallen. Ficara verwandelte den Elfmeter zum 3:0 (69.). Anschließend gab sich Weiche zwar nicht auf. Aber mehr als Florian Meyers 1:3, als er ein Zusammenspiel mit Webessie gut abschloss, sprang in Unterzahl für die Flensburger nicht mehr heraus.

 

SV Wilhelmshaven: Siegl – Braun (79. Siala), Fossi, Plendikis, Buduar – Tietz – Serrone, Alfieri, Zengin, Ficara (75. Kawachi) – Loheider (72. Jahdadic).

 

ETSV Weiche: Kirschke – Dammann, Hummel, H. Ostermann, Böhnke (46. Jürgensen) – Hasanbegovic – Walter, Kasumovic – T. Carstensen (58. F. Meyer), Wulff, Webessie (83. J. Ostermann).

 

Schiedsrichter: Martin (Nordholz).

 

Zuschauer: 313.

 

Rote Karte: Hummel (68., Notbremse).

 

Tore: 1:0 Loheider (5.), 2:0 Ficara (45.), 3:0 Ficara (69./FE), 3:1 F. Meyer (72.).

 

Autor: joh


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FUSSBALL

- Elfmeter sorgt für Weiches K.o.

vom 24. März 2014 Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Unglückliche 0:1-Heimniederlage nach einem starken Spiel gegen Spitzenreiter VfL Wolfsburg II. Florian Meyer und Tim Wulff verlängern.

 

Während die Spieler des VfL Wolfsburg II nach dem Schlusspfiff jubelnd die Hände in die Höhe rissen, schlichen die Fußballer des ETSV Weiche mit gesenkten Köpfen vom Platz. „Die Mannschaft tut mir leid“, meinte Flensburgs Liga-Geschäftsführer Harald Uhr nach der unglücklichen 0:1 (0:0)-Niederlage gegen den Bundesliga-Nachwuchs aus der Volkswagen-Stadt, der damit die Tabellenführung in der Regionalliga verteidigte. Die Mannschaft von Daniel Jurgeleit hatte ein klares Chancenplus und zeigte das wohl beste Heimspiel seit ihrer Viertliga-Zugehörigkeit, hatte den Aufstiegsfavoriten mehrfach am K.o., ehe ein Elfmeter, über den man streiten konnte, die späte Entscheidung zugunsten der Gäste brachte.

 

Selbst Ex-Profi Valérien Ismaël musste nach den nervenaufreibenden 90 Minuten im Manfred-Werner-Stadion erst einmal verschnaufen. „Es war das erwartet schwere Spiel. Weiche hat uns alles abverlangt“, meinte der VfL-Coach, der seinem Team eine sehr disziplinierte Leistung bescheinigte und Torhüter Patrick Drewes hervor hob: „Wir müssen uns bei ihm bedanken, dass wir kein Gegentor bekommen haben.“ Der 38-jährige Franzose gestand: „Ein 0:0 wäre gerecht gewesen. Es ging hin und her. Beide Mannschaften haben um jeden Meter gekämpft.“

 

Jurgeleit war mit dem Spiel zufrieden, nicht aber mit dem Ergebnis. „Heute hätten wir punkten können“, erklärte der ETSV-Trainer, der trotzdem positive Erkenntnisse im Hinblick auf das Saison-Highlight – das Landespokal-Finale gegen Holstein Kiel – zog: „Wir haben uns gegen einen starken Gegner sehr gut verkauft und gezeigt, dass wir nicht nur hinten drin stehen müssen.“ Harald Uhr legte nach: „Das war ein sensationelles Spiel. Wir haben alles spielerisch gelöst und waren Wolfsburg überlegen.“

 

Allerdings begann die Partie, wie es alle erwartet hatten. Die mit vier Lizenzspielern angetretenen Wolfsburger machten Druck, spielten sich zu Beginn in der ETSV-Hälfte fest. Der auffällige Kevin Scheidhauer (3.) prüfte nach einem Fehler von Matthias Hummel erstmals Weiches Keeper Florian Kirschke. Dann traf Spielmacher Bastian Schulz (5.) den Pfosten, wurde aber wegen einer Abseitsstellung zurückgepfiffen. Zu diesem Zeitpunkt fragten viele der Zuschauer: Wie lange geht das gut?

 

Doch dann legten die Flensburger ihren Respekt ab. Sie kamen nach einer Viertelstunde erstmals vor das VfL-Tor. Jonas Walter (16.) prüfte mit einem Flatterball Drewes, der mit Mühe zur Ecke klärte. Das war der Weckruf für Weiche. Von nun an bestimmten die Gastgeber das Geschehen und hatten zwei Riesenchancen. Aber Leif Carstensen (20.) traf den Ball nach Kopfball-Vorlage von Patrick Ostermann nicht, und Elmedin Kasumovic, der sah, dass Drewes zu weit vor seinem Kasten stand, setzte einen gefühlvollen Lupfer aus 25 Metern auf die Latte. Wolfsburg hatte in Durchgang eins nur noch einen Schuss ans Außennetz von Scheidhauer (41.) zu bieten.

 

Nach der Pause spielte eigentlich nur noch Weiche. Mehrfach lag das 1:0 in der Luft. Leif Carstensen (52.) kam nach Pass von Tim Wulff einen halben Schritt zu spät. Dann zielte Kasumovic (62.) noch genauer, doch Drewes lenkte seinen Schuss mit den Fingerspitzen an die Latte. Nur zwei Minuten später jagte der aufgerückte Hummel den Ball nach einer Ecke aus fünf Metern in den Himmel. Und Marc Böhnke (71.), der bei einem Konter allein auf Drewes zulief, spielte zu überhastet in die Mitte und verfehlte den mitgelaufenen Wulff. Wolfsburg hatte bis dato nur eine Chance, als Hummel einen Kopfball von Justin Eilers (57.) auf der Torlinie klärte.

 

Dann kam die spielentscheidende Szene: Schulz fiel im ETSV-Strafraum nach einem Zweikampf mit Hummel. Schiedsrichter Henrik Bramlage zögerte, pfiff dann aber doch Elfmeter. „Ich habe ihn berührt“, gestand der Flensburger Abwehrchef. Aber die Weicher Spieler regten sich darüber auf, dass in der Aktion zuvor ein Foul gegen Christian Jürgensen nicht gepfiffen worden war. „Das war eine unglückliche Entscheidung des Schiedsrichters“, meinte Kapitän Marc Böhnke diplomatisch. Torjäger Scheidhauer ließ sich die Chance nicht entgehen und traf eiskalt zum 0:1 (85.). Böhnke war genauso fertig wie seine Mitspieler. „Das tut weh. Da spielen wir so gut mit und stehen am Ende nicht einmal mit einem Punkt da.“ Und an Wolfsburgs Adresse ergänzte er: „Mit so viel Glück steigt man auf.“

 

Das Spiel war noch nicht zu Ende. Aber der erstmals nach seiner langen Verletzung eingewechselte Florian Meyer (88.) scheiterte mit seinem Schuss erneut am überragenden Drewes. Immerhin hatte Harald Uhr an diesem Pechtag noch zwei gute Nachrichten in petto: Spielmacher Florian Meyer hat um zwei Jahre verlängert, Torjäger Tim Wulff sogar um drei Jahre. „Damit sind wir durch und haben alle wichtigen Spieler längerfristig gehalten.“

 

ETSV Weiche: Kirschke - Dammann, Hummel, H. Ostermann, Böhnke - Thomsen - Hasanbegovic, Kasumovic (76. F. Meyer), Walter (87. T. Carstensen) - L. Carstensen (62. Jürgensen), Wulff.

 

VfL Wolfsburg U23: Drewes - Korczowski, Klamt, Henneböle, Poggenberg - Yazgan - Eilers (87. Schlimpert), Schulz, Erkic (73. Sonnenberg) - Tankulic (90. + 1 Chamorro), Scheidhauer.

 

Schiedsrichter: Henrik Bramlage (Vechta), schien Wolfsburg einen kleinen Bonus zu gewähren.

 

Tor: 0:1 Scheidhauer (85./Foulelfmeter).

 

Zuschauer: 812 zahlende.

 

Beste Spieler: Hummel, Dammann, H. Ostermann, Walter/Drewes, Klamt, Schulz, Scheidhauer.

 

Autor: joh



Lokalsport Flensburger Tageblatt
Fussball - Keine Angst vor der Torfabrik
vom 22. März 2014
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Heute Spitzenspiel in Flensburg: ETSV Weiche will gegen den Tabellenführer VfL Wolfsburg II punkten.

Der ETSV Weiche ist nach dem 5:2-Sieg in Cloppenburg bereit für ein großes Fußballspiel in Flensburg. Die Mannschaft von Trainer Daniel Jurgeleit empfängt heute (Anpfiff 14 Uhr) in der Regionalliga den ersten Titelanwärter VfL Wolfsburg II. Beim Bundesliga-Nachwuchs aus der Volkswagen-Stadt gibt es nur ein Ziel: Aufstieg in die 3. Liga. Nach 25 Spielen liegt Trainer Valérien Ismaël mit seinem Team als Spitzenreiter voll auf Kurs. Aber Angst vor der Torfabrik aus Niedersachsen (schon 65 Treffer) hat Weiche nicht. „Wir müssen sehen, dass wir die Punkte in Flensburg behalten. Ein oder drei Zähler müssen unser Ziel sein“, sagt Jurgeleit selbstbewusst.

An das Hinspiel Ende September haben der ETSV Weiche und die U23 des VfL Wolfsburg unterschiedliche Erinnerungen. „Das Spiel hätten wir nicht verlieren dürfen“, meinte der Flensburger Liga-Geschäftsführer Harald Uhr. Die Fördestädter büßten eine 1:0-Führung durch Florian Meyer noch ein und unterlagen nach einem Wolfsburger Doppelschlag mit 1:2. Die Niedersachsen übernahmen damals erstmals die Tabellenführung in der Regionalliga. „Es war uns von vornherein klar, dass es ein schweres Spiel werden würde. Aber wir haben unsere bislang beste Saisonleistung gezeigt“, freute sich der 38-jährige Ismaël damals. Für den Franzosen stand fest: „Dieser Sieg ist sicherlich richtungweisend für die gesamte weitere Saison. Kompliment an die gesamte Mannschaft. Es war nicht einfach gegen diesen kompakten Gegner.“ Jurgeleit hörte das gerne. „Das ist auch eine tolle Anerkennung für uns.“

Die Ambitionen der Niedersachsen wurden in der Winterpause noch einmal deutlich. Die Spieler bereiteten sich wie die Vollprofis unter der Mittelmeersonne in der Türkei auf den zweiten Teil der Saison vor. Zudem holten der sportliche Leiter Pablo Thiam und Ismaël noch drei Verstärkungen: Noah Korczowski (Junioren-Nationalspieler vom 1. FC Nürnberg), Onel Hernandez und Bastian Schulz, ein erstligaerfahrener Akteur, der vom Drittligisten RB Leipzig verpflichtet wurde. „Bastian Schulz ist der erwartete Führungsspieler. Ob in den Übungseinheiten oder in den Spielen – er spricht viel mit den jungen Spielern und hilft uns auf jeden Fall weiter“, erklärte Thiam. Der Wolfsburger Trainer schürte nach der Winterpause den Konkurrenzkampf im Team: „Jeder muss nun noch mehr an seine Leistungsgrenze gehen – im Training und Spiel. Wir wissen, was wir wollen und wo wir hin wollen“, sagte der Ex-Profi von Werder Bremen und Bayern München.

In Flensburg freuen sich alle auf den Überflieger aus der Fußball-Regionalliga, der mit Abstand die meisten Tore geschossen und die wenigsten Treffer kassiert hat. Die Tordifferenz lautet 65:22 – mit einem Plus von 43 Treffen. Da kann der ETSV Weiche (40:31) nicht ganz mithalten. Aber der Tabellensechste rechnet sich in diesem Spitzenspiel durchaus etwas aus. Immerhin glänzte die Mannschaft von Trainer Daniel Jurgeleit zuletzt beim 5:2 in Cloppenburg. „Mal sehen, ob wir schon einen Tick weiter sind als im Hinspiel“, so Jurgeleit. „Alle wissen, dass wir eine sehr gute Leistung abrufen müssen. Wolfsburg hat eine enorme Qualität. Und wenn man die Jungs spielen lässt und Fehler macht, wird es ganz schwer.“ Zuletzt kam der Bundesliga-Nachwuchs allerdings zu Hause über ein 1:1 gegen den VfL Oldenburg nicht hinaus. Weitere Punktverluste darf sich der Klassenprimus eigentlich nicht leisten, denn mit der U23 von Werder Bremen sitzt den Wolfsburgern ein hartnäckiger Gegner im Nacken.

Nach dem überzeugenden Auftritt in Cloppenburg grübelt der Flensburger Trainer noch über die eigene Aufstellung. Alle hätten es verdient, wieder von Beginn an auf dem Rasen zu stehen. Trotzdem tendiert der Coach zu einer Änderung. Er will die Mannschaft aus taktischen Gründen nicht ganz so offensiv ausrichten. Nedim Hasanbegovic, der nach der fünften Gelben Karte ein Spiel pausieren musste, rückt „zu 99 Prozent“ wieder in die Mannschaft. „Wir müssen auch im Mittelfeld präsent sein“, begründete Daniel Jurgeleit. „Und dort hatte Nedim zuletzt gegen Havelse ganz stark gespielt.“ Wieder im Kader sind auch Christian Jürgensen, der gegen Cloppenburg schon einen Kurzeinsatz hatte, und Florian Meyer, der seit mehr als einer Woche schmerzfrei ist.

Autor: joh


Jurgeleit: »Wollen Punkte in Flensburg behalten«

 

Regionalliga

 

Topspiel beim ETSV Weiche Flensburg. Am Sonnabend um 14 Uhr ist der Spitzenreiter VfL Wolfsburg II zu Gast.

 

Ruwen Möller ([email protected])

 

fredag, 21.03 2014, 19:30

FLENSBURG. Ein »hoffentlich schönes und interesantes« Spiel wünscht sich Daniel Jurgeleit. Der Trainer der Fußballer vom ETSV Weiche Flensburg trifft mit seinem Team am 26. Spieltag auf den Tabellenführer VfL Wolfsburg II (Sonnabend, 14 Uhr). »Es wird eine schwere Aufgabe«, weiß Jurgeleit und hat zugleich hohe Ambitionen.

»Wir wollen Punkte in Flensburg behalten. Ob es am Ende einer oder drei sind werden wir sehen, aber wir wollen etwas holen.« Der Weiche-Coach ist sich sicher: »Wir können das auch, schließlich haben wir Wolfsburg im Hinspiel schon Paroli geboten und bis zur 70. Minuten geführt«. Am Ende unterlag Weiche 1:2, doch in der Vorsaison gab es im Heimspiel einen 1:0-Erfolg.

Um diesen zu wiederholen will Jurgeleit mit seinem Team »nicht nur verteidigen« sondern auch »Druck nach vorne ausüben«. Anders geht es seiner Meinung nach gegen ein Spitzenteam wie die U23 des VfL gar nicht.

»Wir freuen uns auf das Spiel, wollen uns mit dem Gegner messen und gegen ein Spitzenteam wieder einen Schritt nach vorne machen«, so der Übungsleiter, der auch wieder auf Christian Jürgensen und Florian Meyer bauen kann. Beide stehen zumindest im Kader.


Lokalsport Flensburger Tageblatt

FUSSBALL-REGIONALLIGA

- „Wir sind unberechenbar“

vom 20. März 2014 Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Trainer Valérien Ismaël schwärmt vor dem Spitzenspiel in Flensburg von den professionellen Bedingungen beim VfL Wolfsburg.

 

Gut vier Jahre ist es her, dass Valérien Ismaël seine Fußball-Karriere bei Hannover 96 aufgrund anhaltender Knieprobleme beenden musste. Über 100 Bundesliga-Spiele absolvierte der Franzose unter anderem für den FC Bayern München. Mit Werder Bremen wurde er 2004 Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger. Aber der Fußball lässt den heute 38-Jährigen nicht los. Nachdem er die A-Lizenz erworben hatte, übernahm er in Hannover die U23. Von dort wechselte er vor dieser Saison zum Bundesliga-Nachbarn VfL Wolfsburg. In der Volkswagen-Stadt soll er die Nachwuchskicker reif für die 3. Liga machen. Am Sonnabend gastiert der Regionalliga-Spitzenreiter mit Trainer Ismaël beim ETSV Weiche in Flensburg (Anstoß: 14 Uhr). „Meine Jungs wissen, was auf sie zukommt. Wir werden eine sehr gute Leistung abrufen müssen, wenn wir gewinnen wollen“, sagt der frühere Innenverteidiger in einem Interview mit unserer Zeitung.

 

Sie stehen mit der U23 des VfL an der Tabellenspitze. Sind Sie in Wolfsburg angetreten, um mit der Mannschaft den Titel zu holen und in die 3. Liga aufzusteigen?

 

Mein Ziel und das des Vereins ist, mittelfristig in die 3. Liga aufzusteigen. Aber schon in dieser Saison wollten wir ganz oben mitmischen. Und wenn es am Ende zu Platz eins reicht, werden wir natürlich in die Relegation gehen und versuchen, jetzt schon aufzurücken.

 

Wie häufig trainieren Sie mit den Nachwuchs-Profis in Wolfsburg, um das große Ziel zu erreichen?

 

Wir trainieren jeden Tag. Manchmal auch zweimal pro Tag. Wir haben hier in Wolfsburg absolute Profibedingungen.

 

Worin lagen die Gründe für ihren Wechsel von Hannover nach Wolfsburg?

 

Ich kenne Manager Klaus Allofs noch aus meiner Bremer Zeit. Und auch zu Trainer Dieter Hecking habe ich ein sehr gutes Verhältnis. Da gibt es schon eine Vertrauensbasis – das war der Hauptgrund für meinen Wechsel. Ich weiß, wie die Leute arbeiten, und ich weiß, was ich habe. Das sind beste Grundvoraussetzungen. Zudem kann ich hier zu perfekten Profibedingungen mit der zweiten Mannschaft trainieren.

 

Sie sind in zweiter Ehe mit einer deutschen Frau verheiratet und besitzen seit einem Jahr auch die deutsche Staatsbürgerschaft. Was würde Sie mehr reizen, wenn Sie wählen dürfte: Bundesliga oder französische Liga?

 

Für mich wäre es schon eine Zehn, im Profibereich zu arbeiten. Aber ob nun in der Bundesliga oder in Frankreich – das spielt keine große Rolle. In dem Beruf muss man flexibel sein. Jetzt versuche ich erst einmal, mir in Deutschland einen Namen als Fußballtrainer zu machen.

 

Sie haben mal gesagt, vor Spielen haben Sie immer erst den linken Fußballstiefel geschnürt, dann den rechten. Haben Sie auch als Trainer ein Ritual?

 

Mein Aberglaube als Spieler war schon extrem. Aber ich habe versucht, ihn mir abzugewöhnen. Natürlich macht man die eine oder andere Sache weiter, wenn man erfolgreich ist. Aber es sollte kein Ritual werden, denn das ist gefährlich.

 

Ihre Mannschaft hat mit Abstand den besten Angriff und die beste Abwehr der Liga. Die Tordifferenz von plus 43 ist herausragend. Wo sehen Sie die Stärken? Und hat ihr Team überhaupt Schwächen?

 

Das werde ich hier natürlich nicht alles verraten. Aber wir haben eine gute Qualität, auch in der Breite. Es gibt nicht nur zwölf, 13 gute Spieler. Wir haben 20 Leute mit dem gleichen Niveau und sind deshalb unberechenbar. Meine Mannschaft ist nicht abhängig von dem einen oder anderen Spieler. Bei uns ist das nicht so wie in einer normalen zweiten Mannschaft. Zu den Schwächen: Ich merke manchmal, dass ich es mit ganz jungen Spielern zu tun habe.

 

Das Hinspiel gegen Weiche hat ihre Mannschaft knapp mit 2:1 gewonnen. Aus Flensburger Sicht war es eine unnötige Niederlage. Wie haben Sie das Spiel gesehen?

 

Wir haben nach dem Rückstand Ruhe bewahrt und das Spiel noch gedreht. Da hat meine Mannschaft Reife gezeigt und bewiesen, dass sie sich von einem 0:1 nicht aus der Bahn werfen lässt. Es war nicht einfach, weil Weiche sehr robust und kompakt gespielt hat.

 

Kommen am Sonnabend auch Bundesliga-Profis mit nach Flensburg?

 

Das wird immer ganz kurzfristig entschieden. Es kann gut sein.

 

 

Was sagen Sie zur Entwicklung es ETSV Weiche? Hätten Sie es den Flensburgern zugetraut, in der zweiten Regionalliga-Saison im oberen Drittel mitzumischen?

 

Man hat schon letztes Jahr gemerkt, dass die Mannschaft als Aufsteiger präsent ist. Und in die zweite Saison, die ja eigentlich immer schwerer ist, sind die Flensburger super gestartet. Sie haben wieder einen Schritt nach vorn gemacht. Weiche ist ein solider Regionalliga-Verein, der versucht, mit Kontinuität zu arbeiten. Meine Jungs wissen, was auf sie zukommt. Wir werden eine sehr gute Leistung abrufen müssen, wenn wir gewinnen wollen.

 

Autor: joh



Lokalsport Flensburger Tageblatt

FUSSBALL

- Belohnung für den Offensivfußball

vom 17. März 2014 Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Regionalliga: Timo Carstensen trifft doppelt beim 5:2-Erfolg des ETSV Weiche in Cloppenburg. Kapitän Marc Böhnke überragend.

 

Das war mal wieder der ETSV Weiche von seiner besten Seite! „Wir waren wesentlich besser als in den letzten Wochen“, freute sich Trainer Daniel Jurgeleit. „Wir hatten vor allem deutlich mehr Zug im Spiel nach vorn.“ Mit einem überzeugenden Auftritt bleiben die Flensburger im Verfolgerfeld der Fußball-Regionalliga gut im Rennen. Beim BV Cloppenburg feierten sie nach einer offensiv starken Vorstellung einen 5:2 (3:1)-Erfolg.

 

Jurgeleit hatte selbst ein Offensiv-Zeichen gesetzt, und das nominelle 4-3-3 auch erstmals seit Wochen wieder mit drei echten Spitzen besetzt. Für den gelbgesperrten Nedim Hasanbegovic und für Jannick Ostermann (nur auf der Bank) kamen Timo Carstensen und Leif Carstensen in die Startelf. „Das ist voll aufgegangen“, freute sich Liga-Manager Henning Natusch. „Alle drei Stürmer haben ihr Tor gemacht.“ Besonders passend war das für Timo Carstensen, der bisher eher eine unglückliche Saison hatte. Doch der letztjährige SH-Liga-Torschützenkönig bleibt auch in der kommenden Saison – sein Vertrag wurde unlängst um ein Jahr verlängert. Der 23-Jährige bestätigte diese Entscheidung mit zwei Treffern und einem guten Auftritt. Ebenfalls verlängert hat übrigens Karl-Christian Melfsen, der sich gleich bis 2016 an den ETSV band.

 

Bei den Cloppenburgern saß Torjäger Andreas Gerdes-Wurpts nach einer Zahnoperation nur auf der Bank. Für den Paul Kosenkow begann und Timo Scherping in die Sturmspitze vorrückte.

 

Zu Beginn mussten die forsch nach vorn ausgerichteten Flensburger eine Schrecksekunde überstehen. Daniel Olthoff traf mit einem satten 25-Meter-Schuss genau das Lattenkreuz (7.). Weiche hatte das Spiel anschließend jedoch im Griff, erarbeitete erste kleine Möglichkeiten aus Standards. Auf der Gegenseite tauchte nur Tim Wernke nach einem Sololauf noch gefährlich vor dem Tor auf (19.). Weiche dagegen kombinierte gut und war vor allem über die linke Seite mit Kapitän Marc Böhnke von den Gastgebern, die ein katastrophales Deckungsverhalten an den Tag legten, nicht zu stoppen. Zudem machten die Jurgeleit-Schützlinge aus den ersten drei klaren Möglichkeiten auch gleich drei Treffer. Ausgangspunkt war jeweils der überragende Böhnke. Beim 0:1 unterlief nach seiner Flanke Olthoff ein katastrophaler Schnitzer. Der hinter ihm stehende Leif Carstensen bedankte sich mit dem 0:1 (23.). Vier Minuten später war es eine wahre Traumflanke Böhnkes, die der nicht als Kopfballungeheuer bekannte Christoph Dammann zum 0:2 in die Maschen köpfte (27.). Und das 0:3, für das Timo Carstensen verantwortlich zeichnete, bereitete ebenfalls Böhnke mit einer Linksflanke vor (30.). Allerdings war der ETSV-Kapitän auch am 1:3 beteiligt. Ungeschickt brachte er Bernd Gerdes im Strafraum zu Fall. Kristian Westerveld verwandelte den berechtigten Strafstoß (36.). Mit zwei offensiven Wechseln versuchte BVC-Coach Jörg-Uwe Klütz sogleich, die Aufholjagd zu starten. Eine Chance gab es bis zur Pause aber nicht mehr.

 

Und nach dem Wechsel zog Weiche den Gastgebern dann auch sofort den Zahn. Erneut ging es über die linke Seite zielstrebig nach vorn. In der Mitte verwandelte Timo Carstensen eiskalt zum 1:4, das die Vorentscheidung bedeutete (47.). Cloppenburg steckte zwar nicht auf, hatte durch einen Westerveld-Kopfball (55.) noch eine Chance. Doch der Weicher Sieg stand fest. Daran änderte auch der zweite Elfmeter, von Matthias Hummel an Tim Wernke verursacht und von Westerveld verwandelt (78.), nichts mehr. Im Gegenteil: Tim Wulff erzielte wenige Minuten später sogar noch den 2:5-Endstand, als sich BVC-Keeper Stefan Tilling verschätzte und der Mittelstürmer die vom Pfosten zurückprallende Dammann-Flanke über die Linie drückte.

 

Den überzeugenden Auftritt begründete Jurgeleit auch mit dem Hinspiel. „Da haben wir verdient 0:1 verloren und nicht gut gespielt. Das war Motivation für uns, es heute besser zu machen.“ Maßgeblich daran beteiligt war Kapitän Marc Böhnke, der zum stärksten Mann auf dem Platz avancierte. „Er war sehr stark“, bestätigte Jurgeleit, wollte aber eigentlich niemanden herausheben. „Wir haben heute einfach als Mannschaft hervorragend gespielt.“ Von Liga-Manager Natusch erhielt Jonas Walter noch ein Extralob. „Er hat sehr stark gespielt, war an vielen guten Szenen beteiligt. Überhaupt war die linke Seite heute sehr gut.“

 

BV Cloppenburg: Tilling – Steidten (37. Wangler), Willen, Niemeyer, Olthoff – Beermann (37. Gerdes-Wurpts/46. Faqiryar), Westerveld – Kosenkow, Gerdes, Wernke – Scherping.

 

ETSV Weiche: Kirschke – Böhnke, H. Ostermann, Hummel, Dammann – Thomsen – Walter, Kasumovic (86. Dehner) – L. Carstensen (82. Jürgensen), T. Carstensen (70. Melfsen) – Wulff.

 

Schiedsrichter: Riehl (Bremen).

 

Tore: 0:1 L. Carstensen (23.), 0:2 Dammann (27.), 0:3 T. Carstensen (30.), 1:3 Westerveld (36./Foulelfmeter), 1:4 T. Carstensen (47.), 2:4 Westerveld (78./Foulelfmeter), 2:5 Wulff (83.). – Zuschauer: 438. – Beste Spieler: Böhnke, Dammann, Thomsen, Walter, T. Carstensen / Westerveld.

 

Autor: joh


Lokalsport Flensburger Tageblatt

FUSSBALL

- Beide Trainer zufrieden mit der Nullnummer

vom 10. März 2014 Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der ETSV Weiche holt nach drei Niederlagen in der Regionalliga den ersten Punkt gegen den TSV Havelse.

 

Für die Zuschauer war es schwer verdauliche Kost. Doch die Trainer waren mit dem 0:0 zwischen dem ETSV Weiche und dem TSV Havelse absolut zufrieden. „Hier konnte man kein Fußball spielen“, lautete das Urteil von Gästetrainer Christian Benbennek, obwohl der Platz in einem besseren Zustand war als vor zwei Wochen im Regionalliga-Spiel der Flensburger gegen Victoria Hamburg (3:0). Und der Coach ergänzte: „Es wäre das Schlimmste gewesen, wenn irgend ein Ball auf einer Seite rein gegangen wäre.“ Wobei der Trainer der Niedersachsen dem ETSV keine Schuld an den schlechten Platzverhältnissen gab: „Die Bedingungen sind nun mal so bei dieser Witterung.“ Weiches Trainer Daniel Jurgeleit war mit seinem Kollegen auf einer Wellenlänge. „Das war ein Kampf- und Krampfspiel. Beide Seiten hatten keine große Torchance. Das Unentschieden geht in Ordnung, damit können beide Mannschaften zufrieden nach Hause gehen.“

 

Beide Trainer zogen am Ende das Positive aus der Partie. „Nach drei Niederlagen haben wir endlich einen Punkt gegen Havelse geholt“, freute sich Jurgeleit, der den sechsten Tabellenplatz mit seinem Team festigte. Für Benbennek war das Wichtigste: „Wir sind jetzt 2014 seit fünf Spielen ungeschlagen.“ Damit haben die Havelser den schlechten Saisonstart fast abgehakt und sich in der oberen Hälfte festgesetzt.

 

Gegenüber der Vorwoche bei Werder Bremen (0:3) hatte Jurgeleit zwei Veränderungen vorgenommen. Für den rot-gesperrten Sandro Holland rückte Hendrik Ostermann in die Flensburger Innenverteidigung, und für den verletzten Brasilianer Ilidio Pastor Santos lief wieder Kapitän Marc Böhnke auf. Der ETSV-Trainer versuchte es mit einem Schachzug. Er ließ Christoph Dammann und Nedim Hasanbegovic als Verteidiger beginnen und beorderte Böhnke auf die vordere linke Außenbahn. „Wir wollten den Gegner etwas überraschen. Marc hat schon häufiger dort gespielt. Wir wollten seine Schnelligkeit nutzen“, so Jurgeleit.

 

Das Experiment ging daneben. Havelse bestimmte die ersten 20 Minuten klar. Den Flensburgern blieb kaum Zeit, den Ball in Ruhe anzunehmen. So war ein geordneter Spielaufbau nicht möglich. Aber am Strafraum waren die Niedersachsen auch mit ihrem Latein am Ende. Trotzdem baute Jurgeleit nach einer halben Stunde um, schickte Hasanbegovic ins Mittelfeld.

 

Je einmal wurde es nach Standards vor den Toren gefährlich in der ersten Hälfte. Zunächst trat Elmedin Kasumovic (34.) einen Freistoß aus gut 20 Metern, den Gäste-Torhüter Ufuk Ugur Büyükbuluter zur Ecke klärte. Dann rettete die vielbeinige ETSV-Abwehr gegen einen Kopfball von Hilal El-Helwe aus kürzester Distanz. Nach dem Wechsel wurde Weiche stärker, der erste Aufreger war aber kein Torschuss sondern ein Zusammenprall an der Mittellinie (56.) zwischen den Weichern Tim Wulff und Jannick Ostermann sowie Patrick Jöcks vom TSV Havelse. Alle drei Spieler mussten am Kopf behandelt werden, konnten aber weiter machen. Torjäger und Kämpfer Tim Wulff kam sogar mit einem Turban zurück.

 

Ansonsten gab es noch ein paar Minichancen. Aber Hasanbegovic (63.), Wulff (65.), Pierre Didier Webessie (77.) und Böhnke (90.) scheiterten ebenso wie auf der anderen Seite Cicek (55.) und Hilal El-Helwe (61.). Richtige Höhepunkte waren das nicht, aber die 672 Zuschauer konnten wenigstens das herrliche Frühlingswetter im Manfred-Werner-Stadion genießen.

 

Gestern wurde noch bekannt, dass der ETSV Weiche den auslaufenden Vertrag mit Marcello Meyer nicht verlängern wird. Der zurzeit verletzte Meyer wird sich im Sommer dem VfB Lübeck anschließen.

 

ETSV Weiche: Kirschke - Hasanbegovic, Hummel, H. Ostermann, Dammann - Thomsen - Kasumovic, Böhnke - Walter (77. Webessie), J. Ostermann (64. L. Carstensen) - Wulff (88. T. Carstensen). 

TSV Havelse: Büyübuluter - Degner (88. Posipal), Jöcks, Tayar, von der Bracke - Deppe (75. Lukac), Bikmaz, Holm, Hintzke - Cicek (67. Beismann), E-Helwe.

Schiedsrichter: Marcel Hass (TuS Osdorf), sehr resolut, aber ohne Fehler.

Zuschauer: 672 zahlende.

Beste Spieler: Hummel, Böhnke, H. Ostermann / Cicek, Tayar, Jöcks.

 

Autor: joh


Lokalsport Flensburger Tageblatt

REGIONALLIGA

- Weiches Zukunftspläne und Visionen

vom 10. März 2014 Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Fußballer wollen Manfred-Werner-Stadion bis 2016 ausbauen und mit überdachter Sitzplatztribüne Drittliga-tauglich machen.

 

Über das 0:0 zwischen dem ETSV Weiche und dem TSV Havelse in der Regionalliga gab es nicht viel zu erzählen. Trotzdem saßen die Flensburger Fußball-Funktionäre nach dem Spiel noch lange zusammen und schmiedeten Zukunftspläne. „Das Umfeld war noch Kreisliga, als die Mannschaft schon in der Regionalliga spielte“, erzählt Harald Uhr vom Aufstieg vor eineinhalb Jahren. Diese Diskrepanz zwischen Sport und Management soll es künftig für den Geschäftsführer der Liga-GmbH und sein Team nicht mehr geben. „Wir müssen bereit sein, wenn die Mannschaft irgendwann an die Tür zur 3. Liga klopft.“ Einen Zeitplan für das Profitum in Flensburg gibt es nicht, aber die „Vision Weiche 2016“, wie Uhr sie nennt, steht.

 

Stillstand sei Rückschritt. Darum müsse sich der Verein Gedanken machen, wie er noch höherklassig Fußball spielen könnte, erklärt Uhr und liefert sein Modell: Ein Stadion in Weiche mit einer Kapazität von 10 000 Zuschauern, wie es in der 3. Liga gefordert wird. Eine überdachte Tribüne mit 3000 Sitzplätzen soll auf der Gegengeraden gebaut werden, zudem soll eine Stehtribüne hinter dem Tor an der Westseite für 2000 bis 3000 Fans entstehen. Zu dieser neuen Arena gehört natürlich eine elektronische Anzeigentafel, die schon im Mai in Betrieb genommen werden soll, und eine Fernseh-taugliche Flutlichtanlage. „Wir müssen auch an unsere Sponsoren denken, die setzen auf Live-TV am Freitagabend“, sagt Uhr.

 

Kosten will und kann der Liga-Geschäftsführer für die Neubauten im Manfred-Werner-Stadion noch nicht beziffern. Das sei noch zu früh. Da müsste zum Beispiel geklärt werden, ob die Tribünen aus Stahl oder Beton gebaut werden. Uhr: „Es ist auch möglich, eine Tribüne für fünf bis sieben Jahre zu leasen.“ Fest steht aber der Zeitpunkt: „Spätestens im Sommer 2016 soll das Stadion fertig sein.“ Finanziert werden soll das Projekt über den Verein und Sponsoren. Unterstützung durch die Stadt Flensburg erwarten die Fußballer nicht. „Wir haben uns abgewöhnt, darauf zu hoffen“, erklärt Harald Uhr, der allerdings keine Probleme erwartet, wenn die Tartanbahn für die Tribüne entfernt werden muss, weil sie von der Grundschule Weiche nicht mehr genutzt werde.

 

Ligamanager Henning Natusch betonte, dass der Verein sich natürlich darüber freuen würde, wenn Flensburg sich beteilige. Das sei in anderen Städten üblich. „Es gibt viele schöne Schmuckkästchen. Und wir sind der einzige Regionalligist, der keine überdachte Tribüne hat.“ Das sehen die Flensburger auch als Grund, warum die Zuschauerzahlen weit hinter den Erwartungen zurück bleiben. „Wir müssen für unsere Fans auch Komfort schaffen, damit sie ins Stadion kommen“, erklärt Uhr.

 

Trainer Daniel Jurgeleit freut sich auf die neuen Herausforderungen. „In den letzten vier Jahren ist es uns Schritt für Schritt gelungen, uns zu steigern. Wir haben eine stabile Mannschaft, die in dieser Saison noch den einen oder anderen Platz gut machen kann - und das im zweiten Jahr, das für viele Mannschaften viel schwerer ist als das erste“, sagt der Trainer und ergänzt: „Immer weiter im Mittelfeld mitzuspielen, ist kein Ziel.“ Ein Zeitpunkt für den Aufstieg ist nicht gesteckt. „Wir haben keinen Drei-Jahres-Plan. So eine Vorhersage gibt es nicht“, betont Jurgeleit. „Aber wir wollen gewappnet sein, wenn die Mannschaft sportlich so weit ist“, ergänzt Uhr. „Es ist unsere Pflicht, im Umfeld Bedingungen zu schaffen für größere Ziele.“

 

Große Veränderungen im Team sind aber nicht geplant. Mit neuen Spielern hat der Trainer noch nicht gesprochen. Erst will er mit den eigenen Leuten reden. Die meisten Liga-Kicker haben sowieso längerfristige Verträge. Der Schwerpunkt liegt auf einem anderen Thema: dem Pokalfinale am 16. Mai gegen Holstein Kiel. Dass der Verein seine Vision 2016 gerade jetzt bekannt gemacht habe, „hat auch etwas damit zu tun, die Spannung bei den Spielern für das Saison-Highlight hoch zu halten“, erklärt Harald Uhr. Nicht nur sportlich hängt viel vom Ausgang der Partie ab. „Wenn wir das Spiel gewinnen sollten, könnte die überdachte Sitztribüne ziemlich schnell stehen.“ 

 

 

Autor: Jochen Hebbeln,


Probelauf für das Pokalfinale

vom 7. März 2014 Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Regionalliga: Weiches Trainer Daniel Jugeleit erhöht den Druck vor dem Heimspiel gegen Vizemeister Havelse.

 

Von einem Angstgegner will Daniel Jurgeleit nichts wissen. „Wir haben gegen den TSV Havelse eine schlechte Bilanz“, betrachtet es der Trainer des ETSV Weiche nüchtern. „Unser Ziel muss sein, es diesmal besser zu machen und mit Punkten aus dem Spiel herauszugehen.“ Vor dem Heimspiel am Sonnabend (Anpfiff 14 Uhr) stehen für den Tabellensechsten der Fußball-Regionalliga gegen den Vizemeister drei Niederlagen zu Buche. In der vergangenen Saison gab es ein 0:4 in Havelse und ein unglückliches 2:3 in Flensburg. Das Hinspiel im September 2013 endete 2:1 für die Niedersachsen.

 

Diese schwache Ausbeute müsste Motivation genug sein, dass diesmal mehr herausspringt, glaubt Jurgeleit: „Spannung und Konzentration werden hoch sein.“ Für den ETSV-Trainer wird es gegen Havelse nicht leichter als in der Vorwoche bei Werder Bremen II (0:3). Die Niedersachsen stehen zwar fünf Punkte hinter Weiche auf Platz neun, sind aber mit zehn Punkten (drei Siege, ein Remis) blendend aus der Winterpause gekommen. Das belegen Siege in Meppen (1:0) und zuletzt gegen Oldenburg (2:1). Dabei waren die Vorzeichen vor einer Woche alles andere als gut. Nachdem sich die beiden Torhüter Markus Straten-Wolf (Meniskusoperation) und Alexander Meyer (Innenbandabriss) verletzt hatten, sah es so aus, als wenn Torwarttrainer Oliver Lassoff zwischen den Pfosten stehen müsste. Doch in einer Nacht- und Nebe-Aaktion überredete Trainer Christian Benbennek Keeper Ufuk Büyükbuluter, der in der Hinrunde in der Reserve zum Einsatz gekommen war und ein Probetraining in Izmir/Türkei absolvierte, zurückzukommen. Erst am Spieltag kam der Torhüter am Flughafen an. Doch damit nicht genug. Die Spieler standen plötzlich ohne Schuhwerk da, weil Einbrecher in der Nacht zum Freitag unter anderem die Stollenschuhe aus der Umkleidekabine entwendeten. „Meine junge Mannschaft hat auf die Ausfälle der Torhüter und den Einbruch prima reagiert. Das war keine einfache Woche, ich bin stolz auf dieses Team“, meinte der Coach nach dem 2:1-Heimsieg.

 

So zufrieden war Jurgeleit mit dem letzten Auftritt seiner Mannschaft nicht. „Wir haben Bremen nicht so Paroli geboten, wie ich mir das vorgestellt habe. Drei, vier Spieler fanden nicht richtig in die Partie.“ Zudem durchkreuzte das frühe 0:1 schon nach fünf Minuten die Flensburger Pläne. Jurgeleit: „Erst in der zweiten Halbzeit haben wir gespielt, wie ich es mir von Anfang an gewünscht hätte. Da wäre mehr drin gewesen.“

 

Vor dem Spiel gegen Havelse erhöht der Flensburger Trainer den Druck. „Wir tun einfach mal so, als wenn das Spiel am Wochenende der Probelauf für das Pokalfinale gegen Holstein Kiel ist“, erklärt er und fordert eine Steigerung und Punkte gegen die spielstarken Mannschaften. „Das brauchen wir für die Saison und für das Pokal-Highlight gegen Holstein. Da wird es nicht reichen, sich ein gutes Ergebnis zu ermauern.“ So wie es aussieht, hat Marc Böhnke seine Muskelverhärtung überwunden. „Ich gehe davon aus, dass er im Abschlusstraining Gas gibt. Wenn er kann, wird er spielen“, so Jurgeleit. „Es ist wichtig, dass der Kapitän in dem schweren Spiel mitwirkt.“

 

Richtig motiviert ist auch Torjäger Tim Wulff. „Wir waren in Bremen nicht so gut, das wollen wir wieder gutmachen und drei Punkte holen.“ Die schlechte Bilanz gegen Havelse stört ihn wenig. „Die hatten wir auch vor dem Spiel gegen Victoria Hamburg. Und dann haben wir 3:0 gewonnen.“